BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Juni 1934

Freitag, den 22. Juni 1934


2. Mose 20,8-11

Das 4. Gebot für Israel lautete: „Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligst!“ - Wenn wir auch in der Geschichte der Patriarchen keine Erwähnung des Sabbatgebotes oder einer Sabbatfeier finden, so setzt doch die Form dieses Gebotes voraus, daß der Sabbat von alters her bereits gekannt und gefeiert wurde. Das jetzige Gebot legt diese Feier nur gesetzlich fest! - Schon bei der Einsammlung des Manna wurde ja der Sabbat erwähnt. (2. Mos. 16,22-30.) Jedenfalls haben Adam und Eva aus dem Paradiese schon die schöne Feier des Sabbattages mitgenommen in ihr Leben der Mühe und Arbeit! - Der Sabbattag sollte dem Herrn heilig und Ihm geweiht sein. Zugleich war er ein Zeichen des Bundes zwischen Jehova und Seinem Volke. (Hes. 20,12.) - Es ist sehr bemerkenswert, daß die heidnischen Völker keinen regelmäßig wiederkehrenden Ruhetag kennen, obwohl manche etwas von einer siebentägigen Woche wissen! - Für Israel war der Sabbat das Zeichen ihrer Gemeinschaft mit Gott. An diesem Tage sollten sie nach Leib und Seele von den Lasten und Mühen des gewöhnlichen Lebens frei sein, damit ihr innerer Mensch zu wahrer Ruhe und Kraft in Gott kommen könne. Seiner Menschenwürde, die auf der Gottesebenbildlichkeit seiner Natur beruht, sollte der Israelit an diesem Tage in besonderer Weise froh werden und sich der Höhe seiner Berufung und Aufgabe bewußt werden. Jesus sagt: „Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen!“ - Zugleich sollte der Sabbat ein Vorschmack von der ewigen Ruhe und Herrlichkeit sein und daher als ein heilig fröhlicher Tag begangen werden. [Vgl. Offenb. 21,1-5; 22,14.15.] Nicht nur der Israelit und seine Familie, sondern auch Knecht und Magd sollten diesen schönen Ruhetag genießen und durch denselben näher zu Gott gezogen werden; ebenso auch der eben anwesende Fremde. Selbst das Vieh sollte die Ruhe des Sabbattages wohltuend und entlastend empfinden! - Erst durch das Pharisäertum lagerte sich allmählich ein Geist peinlicher Ängstlichkeit und Düsterkeit über den Sabbat! - Da einerseits die geistliche Bedeutung des Sabbats so köstlich für uns ist und andererseits manche Christen durch eine falsche Unterweisung in Gefahr stehen, zum äußerlichen Halten des Sabbats zurückzukehren, so verweilen wir etwas länger bei diesem Gegenstand! - Das Wort „Sabbat“ (Ruhe) kommt her von einem Zeitwort, welches „ruhen“ bedeutet und zuerst in 1. Mos. 2,3 vorkommt: „Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an demselben ruhte Er! - So hatte also der Mensch mit Gott Sabbat feiern dürfen, noch ehe Kampf und Mühe und die Sünde mit ihren verheerenden Folgen da war. Welch herrlicher Tag muß dieser erste und einzige Sabbat im Paradiese gewesen sein, als Adam und Eva, von Versuchung und Schuld, von Elend und Kummer, von Schmerz und Not noch nichts wußten! - Ja, sie hätten dauernd mit Gott herrliche Ruhe und Gemeinschaft pflegen dürfen als Seine dankbaren Geschöpfe, Ebenbilder und Anbeter! - Aber wir wissen, wie schnell diese Ruhe und Segnung zerstört wurde: Satan, der Versucher und Verderber, kam herein, und das Menschenpaar ließ sich von ihm zum Ungehorsam und Abfall von Gott verleiten Die Sünde ist in die Welt gekommen und hat hier in Gottes Schöpfung Verderben und Elend, Not, Jammer und Tod angerichtet! - Konnte Gott nun angesichts einer gefallenen und ins Verderben sinkenden Welt und inmitten der Sünde, des Seufzens und der Tränen Seiner Menschenkinder noch ruhen? O nein, Er, der „reich ist an Barmherzigkeit“ und den Tod des Sünders nicht will, sondern dessen Rettung und Heil bezweckt - dieser wunderbare Gott hat also die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn für uns herniedersandte: Jesus ist gekommen, um „die Werke des Teufels zu zerstören“ und die Menschen zu erlösen. Am Kreuz hat Er durch Seine bitteren Leiden und Seinen Tod dem Teufel endgültig die Macht genommen und einen ewigen Sieg über ihn davongetragen.

Jesus nur gibt wahre Ruh, drum zu Jesu eil' auch du!

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