BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Januar 1934

Donnerstag, den 4. Januar 1934


2. Mose 2,5-10

Auf ihrem Gang am Nil entdeckt die Prinzessin das Körblein im Schilf und darin das Knäblein, welches sie sofort als den Hebräern zugehörig erkennt. Wir lesen: „Das Kindlein weinte.“ In frühestem Alter mußte es Schmerz und Verlassenheit, die Kälte dieser Welt empfinden, und dieselben drückten auch seinem späteren Leben den Stempel auf. Natürlich erinnerte sich Mose dieser Empfindungen später nicht; dennoch prägten sich dieselben in seiner Seele ein, und seine Tränlein waren die Erstlinge des vielen Leidens, in welches er in seinem ferneren Leben so tief eingetaucht wurde. – Gott erzieht früh, tief und gründlich. Doch wie tröstlich ist dabei des Herrn zarte Sorgfalt! Die Kammerfrauen der Tochter Pharaos müssen es aus dem Wasser emporheben, und die eigne Mutter darf für die ersten Jahre seines Lebens seine Pflegerin und Erzieherin sein! – Wir lernen hier Moses bedeutend ältere Schwester Mirjam kennen. Sie hatte all die Ängste und Nöte der Mutter um das Kindlein geteilt und teilte auch deren große Liebe für den kleinen Moses. – Was kann doch eine Tochter ihrer Mutter sein, besonders wenn beide im lebendigen Glauben an den lebendigen Gott stehen! – In der Erziehung Mirjams und ihrer ganzen Entwicklung sehen wir die köstlichen Früchte des mütterlichen Einflusses. Was kann doch eine Mutter, die nahe mit Gott wandelt, aus dem Leben und Charakter ihres Kindes machen – welche Möglichkeiten stehen ihr offen, und wie verantwortlich ist sie für dasselbe! [Lies 1. Mos. 18,17-19; 2. Tim. 1,3-7.] Denken wir an Samuel, an Johannes den Täufer! Welch einen Reichtum von Geist und Gnade, von Hingabe und Weihe gaben ihre Mütter diesen Werkzeugen Gottes mit ins Leben! – Es ist bedeutsam, daß es in der Geschichte der Könige von Juda so oft heißt: „Der Name der Mutter war…“ – War es ein gottesfürchtiger und gesegneter König, so wird sein guter Charakter und Wandel dem bestimmenden Einfluß seiner gottesfürchtigen Mutter zugeschrieben; war es ein schlechter König, so wird die Schuld an seinem Werdegang seiner schlechten Mutter zugeschrieben! – Man sieht, welch einen Einfluß Gott den Eltern und insbesondere den Müttern zumißt. Das gibt uns viel zu denken! [Lies 1. Kön. 22,52.53; 2. Chron. 22,3; 2. Kön. 12,1.2; 14,1-3!] – Die Tochter des Pharao, der grausam alle israelitischen Knäblein umbringen ließ, empfindet inniges Erbarmen mit dem kleinen Mose und macht ihn sich zum Sohn. So mußte die ägyptische Königstochter selber dem Retter Israels – dem Rächer über Ägypten das Leben erhalten und ihn durch königliche Erziehung für seinen späteren Beruf vorbereiten!* – Moses wächst auf in der Pracht und dem Reichtum des königlichen Hauses und wird unterrichtet in aller Weisheit der Ägypter. – Wir staunen über einen Weg und eine Zubereitung, wie nur Gott sie erdenken und durchführen konnte! – Stephanus sagt in seiner Rede vor dem geistlichen Hohen Rat Israels: „Und Mose wurde unterrichtet in aller Weisheit der Ägypter und war ein Mann, kraftvoll in Wort und Tat!“ – Ägypten befand sich auf der Höhe aller Kultur, Gelehrsamkeit und Kunstfertigkeit, so daß wir uns die Ausbildung eines Pflegesohns der königlichen Prinzessin nicht vielseitig genug vorstellen können! – Die Ägypter besaßen damals auch eine glänzende Heeresmacht, so daß der junge Prinz nicht nur in Künsten und Wissenschaften, sondern auch in Kriegskunst und Heerführung durchaus bewandert wurde! Niemand als Gott allein konnte seinen Werdegang und seine Ausbildung so treffend der großen Lebensaufgabe anpassen, die ihm zugedacht war und von der er selbst zu jener Zeit wohl noch keine Ahnung hatte. „Wie köstlich sind mir Deine Gedanken, o Gott! Wie gewaltig sind ihre Summen! Wollte ich sie zählen, ihrer sind mehr als des Sandes.“ (Lies auch Ps. 105,16-22; Hiob 36,22; Ps. 40,5 [Luth. 6]; Röm. 11,33.)

* Der Name „Mose“ in der ägyptischen Form, wie ihn die Tochter Pharaos dem Knaben beigelegt, heißt: „Der aus dem Wasser Errette“. Es ist ein für das ganze Leben Moses bedeutsamer Name, denn wunderbare Rettungen aus größter Gefahr kennzeichnen sein ganzes Leben. Im Munde des israelitischen Volkes nahm der Name „Mose“ hernach einen etwas anderen Klang an und bedeutete in Hebräisch: „Der welcher aus dem Wasser rettet.“ Tatsächlich ist ja Mose – selbst immer wieder aus größter Gefahr gerettet – der Retter Israels aus mannigfachen Todesnöten geworden!

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