BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Mai 1926

Montag, den 3. Mai 1926


4. Mose 18,8-10; Galater 6,1-3

Auch das Essen der Sünd- und Schuldopfer, welche die Israeliten darbrachten, gehörte zu den Pflichten und Vorrechten der gesalbten Priester. Doch nur die erwachsenen männlichen Glieder der Familie Aarons hatten teil daran und es gehörte zum Heiligsten ihres priesterlichen Dienstes: „Dies soll dir gehören vom Hochheiligsten; an hochheiligem Orte sollst du es essen; es soll dir heilig sein!“ [Vgl. 3. Mos. 6,17 - 7,7.] Das Sünd- oder Schuldopfer eines anderen zu essen, bedeutet sinnbildlich, die Sünde oder Schuld eines anderen auf sich nehmen vor Gott - priesterlich sich damit einsmachen und beugen! Das ist eine sehr ernste und heilige Sache, eine priesterliche Ehrenpflicht, die jedem entschiedenen Gotteskind obliegt: „Einer trage des anderen Lasten, und also erfüllet das Gesetz Christi!“ „Wenn jemand seinen Bruder (oder seine Schwester) sündigen sieht, … so wird er für ihn bitten!“ „Wir aber, die Starken, sind schuldig, die Schwachheiten der Schwachen zu tragen und nicht an uns selbst Gefallen zu finden! … Denn auch Christus hat nicht Sich Selbst gefallen, sondern hat getan wie geschrieben steht: „Die Schmähungen derer, die Dich schmähen, sind auf Mich gefallen …“ „Fürwahr, Er hat unsere Leiden getragen und unsere Schmerzen hat Er auf Sich geladen … Um unserer Übertretungen willen war Er verwundet, um unserer Missetaten willen war Er zerschlagen!“ - Bist du auch gebeugt und zerschlagen, wenn dein Bruder in Christo, deine Schwester im Herrn fehlt und sündigt? Nimmst du die Mitverantwortung vor Gott auf dein Herz? Weißt du, daß Jesus dir sagt: „Ihr seid schuldig, einander die Füße zu waschen!“ d. h. einander zur Zurechtbringung, zur Reinigung und Wiederherstellung der Seele zu helfen? Er spricht: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, auf daß, gleichwie Ich euch getan habe, auch ihr tuet! … Ein neues Gebot gebe Ich euch, daß ihr einander liebet - daß, gleichwie Ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt!“

So mit Liebe dem Mitgläubigen helfen, der in Sünde oder einen ungöttlichen Zustand geraten ist, - das vermag nur derjenige, der selbst nahe bei Christo und erfüllt von Seiner heiligen, demütigen Liebe ist. Ein solcher redet über die Sünde seines Miterlösten nicht zu anderen, sondern zu ihm selbst, um ihn zur Einsicht, zur Beugung, zur Umkehr, zur Heilung und Heiligung zu führen: „Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Lichte und kein Ärgernis ist in ihm!“ (Lies Matth. 18,1-7; 12-35.) - Wie viele hochmütige Kinder Gottes aber machen es einem in Sünde gefallenen Mitgläubigen gegenüber so, wie der Priester und der Levit, welche an dem unter die Mörder Gefallenen in möglichst weiter Entfernung vorübergingen!! Ist das priesterlich? „Alle aber seid gegeneinander mit Demut fest umhüllt; denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt Er Gnade.“ [Lies 1. Petr. 3,8-12; 5,1-11.] Es gehört unendlich viel Demut, Liebe, Weisheit und Heiligkeit dazu, um wirklich priesterlich einem Miterlösten zu dienen, der gefehlt und gesündigt hat. Wie gehst du mit dem um, was dir dein Bruder, deine Schwester unter Reue und Schmerz im Verborgenen bekannt - worin sie deine Gebetshilfe nachgesucht haben? Sagst du es anderen, so daß es unter die Leute kommt? O wie unheilig und frevelhaft gehen oft Gläubige um mit den Sündenbekenntnissen, die ihnen im Vertrauen gemacht wurden!

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