BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1924
August 1924

Freitag, den 1. August 1924


Einleitung zu den Kapiteln 9 bis 11 - Teil III

Die Kapitel 9 - 11 bilden einen zusammenhängenden Abschnitt. Der Prophet kündigt den Sturz aller dem Volke Israel feindlichen Mächte an. Diejenigen Überreste der Heiden, die sich in Buße und Glauben vor Christo beugen und Israels Vorrechte und Vormacht anerkennen, werden im zukünftigen Tausendjährigen Reiche mit und unter Israel gesegnet. Der Messias, der Herr Jesus, wird angekündigt. Sein erstes Kommen in Demut und Niedrigkeit, sowie Sein zweites Erscheinen in Macht und Herrlichkeit schaut der Prophet aus weiter Ferne miteinander; bald redet er von dem einen, bald von dem anderen, ohne in der damaligen Zeit schon zu erkennen, daß zwischen beiden Ereignissen ein Zwischenraum von vielen Jahrhunderten liegen sollte! (Vgl. Kap. 9,9 u. 10; Kap. 11,12.13.) Der Heilige Geist jedoch, welcher die Propheten regierte und inspirierte, wußte es, und wir können jetzt wohl unterscheiden, was sich auf das einstige Kommen Christi in Niedrigkeit und was sich auf Sein künftiges Erscheinen in Herrlichkeit bezieht. [In dem törichten Hirten in Kap. 11,15-17 haben wir den Antichristen zu erkennen, sein Auftreten und seinen endgültigen Untergang.]

Sacharja 9,1-7; Psalm 34,15.16 (Luther 34,16.17) Wie eine niederschmetternde Last fällt das Gottesurteil mit erdrückender Schwere auf die Heidenwelt hernieder - Untergang, Vernichtung, Verödung den Ländern und Städten kündend. Der Prophet muß zunächst Gottes Gericht aussprechen über das Land „Chadrak“ - vielleicht eine bildliche Bezeichnung für das Zwillingsstromland des Euphrat und Tigris, zu welchem im weiteren Sinne die nachfolgend genannten Städte gehörten. Vor allem haben wir unter Chadrak [Luther: Hadrach] wohl eine symbolische Bezeichnung des Medopersischen Weltreiches, unter welchem Sacharja lebte, zu verstehen. Auf dieses paßt nach seinem innerlich geteilten Charakter (vgl. Dan. 7,5) der Name Chadrak, d. i. „Scharf-weich“ oder „Stark-zart“ sehr wohl und tatsächlich herrschte es über alle die hier genannten Städte. - Tyrus rühmte sich so sehr seiner Weisheit und seines Reichtums; darin bestand seine Macht. (V. 1-4.) Die Philister (Askelon, Gasa und Ekron waren Philisterstädte) ließen das Volk Gottes stets ihren Hochmut fühlen und waren raubgierig. (V. 5-7.) Gott wird mit Seinem Heiligen Gericht alle diese Eigenschaften, die Ihm so sehr entgegen sind, treffen und vernichten. Wer sich selbst für weise hält, fällt großer Verblendung und Torheit anheim; Gottes Strafgericht muß ihn treffen, wenn er sich nicht rechtzeitig demütigt. „Da sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden!“ (Röm. 1,22; vgl. Hes. 28,5.17.) Auch uns, den Gotteskindern, wird zugerufen: „Seid nicht weise bei euch selbst!“ [Röm. 12,16.] - Ein anderes großes Hindernis für die Völker und die einzelnen Menschen ist der Reichtum. „Wie schwerlich werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes eingehen!“ Wer die Welt lieb hat, in dessen Herzen und Leben ist kein Raum für die Liebe Gottes! (Lies auch Spr. 23,4.5.) - Und dann der Hochmut - diese Sünde des Teufels steckt in vielen Herzen und hindert sie, Gnade bei Gott zu suchen und zu finden. Ist dies vielleicht dein Hindernis? Höre: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt Er Gnade!“

V. 5-7: Nachdem die Philister schwer von Gott gedemütigt worden sind („gemeines, fremdes Gesindel“ oder ein „Bastard“, ein verkommener Mensch, wird in Asdod herrschen und dem Hochmut der Philisterstädte wird ein Ende gemacht werden!) wird Gott in der Endzeit doch noch einen Rest von ihnen übrig lassen und dem auserwählten Volke Israel beizählen; ja, Gott wird mit Israel die Philister dann wunderbar segnen. Sie werden einen Ehrenplatz unter dem Volke Gottes bekommen, wie einst die Jebusiter, die ursprünglichen Bewohner Zions, welche nach der Eroberung der Burg Zion durch David die Religion Israels annahmen und dem Volke des Herrn einverleibt wurden. [Dies wird bestätigt durch das Beispiel des Jebusiters Arawna, der als angesehener, begüterter Mann unter dem Bundesvolke wohnte; vgl. 2. Sam. 5,6-10; 24,16-25.] Die übriggeblieben, gründlich bekehrten Philister werden also (wie auch die im Endgericht übriggebliebenen Ägypter und Assyrer, Jes. 19,23-25) mit dem erlösten Volke Israel verbunden und gesegnet werden. Ohne Zweifel werden auch viele andere Nationen der ganzen Erde in der furchtbaren Drangsal der Endzeit geläutert und in die Herrlichkeiten und Segnungen des Tausendjährigen Reiches eingeführt werden, wie dies alle Propheten bezeugen und wie es V. 10b ausdrücklich ausspricht! (Vgl. Matth. 25,31-46.) In der Eroberung Syriens durch Alexander den Großen (334 v. Chr.) kann man eine teilweise und vorläufige Erfüllung dieser Weissagung (Kap. 9,1-7) erblicken. Doch ist aus dem nächstfolgenden Abschnitt unseres Propheten deutlich zu erkennen, daß dieselbe sich auf den Sieg Christi und auf die zukünftige Herrlichkeit Seines Reiches auf Erden bezieht.

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