BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1923
Dezember 1923

Sonntag, den 23. Dezember 1923


4. Mose 16,46-50 (Luther 17,11-15)

Dieser Abschnitt ist unaussprechlich kostbar. Da steht Aaron, der Hohepriester Gottes, zwischen den Toten und den Lebendigen. Von seiner Pfanne steigt eine Wolke duftenden Rauchwerks zu Gott empor - ein treffendes Bild von Dem, welcher größer ist als Aaron und welcher, nachdem Er für Seines Volkes Sünden eine vollkommene Sühnung zuwege gebracht hat, nun allezeit vor Gott steht in dem ganzen Wohlgeruch Seiner Person und Seines Werkes! (Lies Eph. 1,3-14.) - Das von Gott geschenkte Hohepriestertum allein konnte das Volk durch die Wüste führen und in das Gelobte Land bringen. Es war die reiche und angemessene Vorsorge der göttlichen Gnade! Der Dazwischenkunft Moses und Aarons allein verdankte das Volk hier seine Bewahrung von den furchtbaren Folgen seiner Sünde! Hätte Gott mit Israel nur gehandelt nach dem Grundsatz der Gerechtigkeit, so hätte Er nichts anderes sagen können als: „Laß Mich, daß Ich sie in einem Augenblick vertilge!“ So lautet die Sprache einer unbeugsamen richterlichen Gerechtigkeit! - Unmittelbare Vertilgung der Sünder ist das Werk dieser richtenden Gerechtigkeit! Rettung und Erlösung, völlige Befreiung und ewige Beglückung aller, die da glauben, ist das herrliche Werk der göttlichen Gnade; und diese stützt sich auf eine befriedigte Gerechtigkeit!

Hätte Gott nur in Gerechtigkeit mit dem Volke gehandelt, so wäre die Herrlichkeit Seines Namens nie völlig entfaltet worden! Denn in diesem Namen ist weit mehr enthalten als Gerechtigkeit, nämlich Liebe, Barmherzigkeit, Heiligkeit, unergründliches Erbarmen! Gott wäre nie in der Fülle Seiner Gnade erkannt worden, wenn Israel hier um seiner Sünde willen vertilgt worden wäre - Gottes Herz voll Liebe und Freundlichkeit wäre nie offenbar geworden, ebensowenig Seine Herrlichkeit! „Um Meines Namens willen verziehe ich Meinen Zorn und um Meines Ruhmes willen bezwinge Ich ihn, dir zugut, um dich nicht auszurotten! ... Um Meinetwillen, um Meinetwillen will Ich es tun; denn wie sehr würde Mein Name entweiht werden! Und meine Ehre (die Ehre des Heiland-Gottes!) gebe Ich keinem anderen!“ - Ja, und wie gut ist es auch für uns, daß Gott um Seiner Ehre willen an uns, für uns und in uns handelt! Wie wunderbar, daß Sein Ruhm erglänzen soll - ja, allein geschaut werden kann in jenem wunderbaren Plan, den Sein Herz von Ewigkeit her gefaßt hat und in welchem Er Sich als ein gerechter Gott und zugleich als Heiland offenbart. Köstlicher Name Gottes für einen armen bußfertigen Sünder, der seinen verlorenen Zustand - seine große Not empfindet! In diesem Namen „der Heiland-Gott“, welchen Gott in Christo Jesu angenommen hat (1. Tim. 1,1; 2,3 u. a.), ist alles enthalten, was ein solcher Sünder für Zeit und Ewigkeit bedarf! Dieser wunderbare Gott der Liebe und der Herrlichkeit nimmt um des Blutes Seines Sohnes willen den vertrauenden Sünder auf, begegnet ihm in der Tiefe seiner Not als einem, der die Hölle verdient hat, erlöst ihn und trägt ihn durch die mannigfachen Kämpfe, Prüfungen und Schmerzen der Wüste hindurch, bis Er ihn gebracht hat an jenen glänzenden und seligen Ort, wo Sünde und Schmerz nimmer Zugang haben!

Nicht mehr lang, nicht mehr lang!
O welch himmlisch froher Klang!
Bald werd ich Dich schauend loben,
Herr, mit allen Heil’gen droben -
Dann tönt ew’ger Lobgesang!
Wie wird’s sein! Wie wird’s sein,
Führest Du mich droben ein!
Wo nicht Sünd’ und Welt mehr störet,
Nie ein Seufzer wird gehöret -
Ewig werd’ ich bei Dir sein!

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