BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
August 1919

Sonnabend, den 30. August 1919


Jona 1,4-6

Gott weiß Seine ungehorsamen, entlaufenen Kinder zu finden und zu fassen! Aber wieviel Not und Angst und Herzeleid könnten sie sich sparen, wenn sie nicht ungehorsam wären! Sie müssen erst auf Wegen ernster Züchtigungen und Prüfungen lernen, daß Gott es gut mit ihnen gemeint hatte; aber ihr Eigenwille wollte es besser wissen! Solche Gläubige ernten in ihren eigenwilligen Geschäftsunternehmungen, in ihren gottwidrigen Heiraten die bittersten Früchte! Ein heftiger Sturm, der das Meer aufpeitscht, muß hier Gottes Mittel sein, um Jona auf seinem eigenwilligen Wege zu erreichen. Die Not ist so groß, daß selbst die wetterharten Seeleute sich fürchten. Sie sind Heiden, aber sie schreien ein jeder zu seinem heidnischen „Gott“. Sie tun das, was nur im äußersten Notfall geschieht - sie werfen den wertvollen Schiffsballast hinaus, um nur noch, wenn möglich, das Schiff und seine Insassen zu erhalten. Und was tut Jona, der Knecht des lebendigen Gottes, während das Schiff in allen Fugen kracht und jeden Augenblick zu zerbrechen droht? Ach, sein Empfinden und Gewissen ist gänzlich betäubt; er kann in tiefem Schlafe liegen angesichts solcher Not. Dem heidnischen Obersteuermann ist das unbegreiflich - alles ist in höchster Angst, und Jona schläft! Er rüttelt ihn auf: „Was ist mit dir, du Schläfer? Stehe auf, rufe deinen Gott an!“ - Ist es nicht leider auch heute manchmal so, daß Weltmenschen, die den lebendigen Gott nicht kennen, mehr Gewissen und Gottesfurcht zeigen, als ein ungetreuer Gläubiger? Ungehorsam und Untreue gegen Gott üben eine merkwürdig verhärtende Wirkung auf das Herz aus. Man gerät in eine geistliche Stumpfheit und Gleichgültigkeit, die geradezu erschreckend genannt werden muß! Wer sich in diesem höchst gefährlichen Seelenzustand befindet, den will Gott heute durch all die erschütternden Zeitereignisse aufrütteln. Auch die Vergewaltigungen seitens unserer Feinde und der Sturm der revolutionären Umwälzungen mit all seinen erschreckenden Begleiterscheinungen soll heute in Gottes Hand das Mittel sein, um solche Gläubige zu erreichen, die sich „auf der Flucht vor Gott“ befinden, deren „Gewissen wie mit einem Brenneisen gehärtet ist“ (1. Tim. 4,2), die in tiefem Schlaf daliegen! Gottes Auge sieht den Schläfer auch im untersten Schiffsraume, in Kammern der Sünde, auf Wegen der Weltlust - Gott weiß ihn aufzuschrecken mit furchtbarem Ernste! Es ist sehr demütigend, daß Kindern Gottes zugerufen werden muß: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, und Christus wird dir leuchten!“ (Eph. 5,14.)

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