BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
März 1919

Donnerstag, den 20. März 1919


3. Mose 27,25

Dieser Vers enthält einen ungemein wichtigen Grundsatz für das Leben jedes Gläubigen. Es gibt Maße und Gewichte des Heiligtums, und nach diesen sollen die Kinder Gottes alles in ihrem Herzen und Leben messen und abwägen! – Das lernen wir nicht in einem Tage; die göttlichen Gedanken, Maße und Gewichte werden uns erst nach und nach klar und geläufig. Wir lernen sie nur durch ernstliches tägliches Forschen im Worte Gottes und durch treue Anwendung in unserem täglichen Wandel und Verhalten kennen und gebrauchen! – Gottes Maße und Gewichte sind so ganz andere als die der Welt und der Menschen, und doch sind sie die allein dauernd geltenden! – Wie furchtbar wird einmal die Enttäuschung, der Schrecken und ewige Schaden der Menschen sein, welche die Angelegenheiten und Umstände ihres Lebens nach den Anschauungen und Grundsätzen dieser Welt angesehen und dementsprechend gelebt und gehandelt haben! Sie werden nicht bestehen können vor dem Richterstuhl Gottes; von ihrem Leben und Tun wird es heißen: „Mene, mene, tekel upharsin!, d. h. Gott hat deine Tage gezählt und macht ihnen ein Ende; du bist auf der göttlichen Wage gewogen und zu leicht erfunden worden!“ (Lies die Geschichte des Königs Belsazar in Dan. 5.) – Ja, nur im Heiligtum – im verborgenen Umgang und Austausch mit unserem Gott werden unsere Gedanken und Meinungen, unsere Ansichten und Urteile gebildet nach göttlichem Sinn und Vorbild und wir lernen es immer besser, alles anzusehen und zu tun im Lichte der himmlischen Klarheit und der nahen Ewigkeit!

Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein,
Daß uns kleiner werd das Kleine
Und das Große groß erscheine –
Sel’ge Ewigkeit!

Ohne manchen Kampf, ohne inneres Zerbrechen und Gedemütigtwerden geht es freilich bei diesem Umlernen, bei diesem Umgestaltetwerden aus menschlicher Trüglichkeit in die göttliche Wahrheit und Klarheit nicht ab für uns! Das sehen wir bei Asaph im 73. Psalm. Er sah, wie wohl es vielfach in diesem Leben den Gottlosen geht. Da wollte der Neid von seinem Herzen Besitz nehmen und er wollte es schon bereuen, den schmalen, oft dornenvollen Pfad des Glaubensgehorsams und der Selbstverleugnung eingeschlagen zu haben. Dann aber gelang es dem Geiste Gottes, ihn ins Heiligtum der göttlichen Gegenwart zu führen. Da sah er ein, wie arm das Herz und Leben der Weltmenschen bei all ihrem vermeintlichen Wohlsein und Reichtum ist und vor allem welch furchtbares Ende den Abschluß ihres Lebens ohne Gott bilden wird: ewige Verdammnis und Qual! Da wurde er sich von neuem seines ganzen Glückes und Reichtums bewußt, daß Gott Selbst sein Teil und Erbe war, neben dessen Gnade und Herrlichkeit alles, was die Welt bietet, erbleichen und verschwinden muß. Und da ruft er aus tiefster Seele aus: „Herr, wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde! Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist Du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil!“ (Ps. 73,25.26.)

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