BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
März 1919

Freitag, den 14. März 1919


3. Mose 27,1-8

Die Anordnungen über Gelübde bilden einen Anhang der sinaitischen Gesetzesvorschriften. Gelübde oder Versprechungen waren etwas durchaus Freiwilliges. Sie geschahen entweder aus Liebe zum Herrn, um Ihn zu ehren, oder um von Ihm die Erfüllung einer Bitte, die Hilfe aus einer Not zu erlangen. War das Gelübde einmal geschehen, so war es bindend wie ein Eid und geschah auch häufig mit einem solchen. (Vgl. 4. Mose 30,3; 5. Mose 23,21-23.) Deshalb wurden die Israeliten vor schnellem, voreiligem Geloben gewarnt. (Spr. 20,25; Pred. 5,4-6.) Einer Tochter Gelübde konnte ihr Vater – einer Frau Gelübde konnte ihr Mann, wenn er es mißbilligte und gleich einschritt, rückgängig machen. (4. Mose 30,4-16.) Im übrigen aber galt das Gelübde durchaus als bindend. Da sich aber der Erfüllung desselben hie und da besondere Schwierigkeiten entgegenstellen konnten, so gestattete Jehova für solchen Fall, daß man statt der Gott versprochenen Person oder Sache deren Schätzungswert in Geld geben konnte.

Gegenstand der Versprechung an Gott konnte vor allem ein Mensch sein. Z. B. konnten Eltern ein Kind Jehova durch Gelöbnis weihen, wie Hanna den Samuel oder wie Jephta seine Tochter. (1. Sam. 1; Richt. 11,30-40.) Ein Mensch, der so dem Herrn geweiht war, wurde Leibeigener des Heiligtums und verrichtete je nach seinen Kräften und Fähigkeiten Dienste an demselben. Er konnte aber durch einen entsprechenden Preis, den er selbst oder ein anderer für ihn zahlte, hiervon enthoben werden. Durch die hier festgesetzte Schätzung wurde der Preis je nach Alter und Geschlecht bestimmt. (V. 1-8.) War jedoch jemand zu arm (V. 8), um den geforderten Lösungspreis zu zahlen, so sollte nach priesterlichem Ermessen ein geringerer Preis festgesetzt werden, welchen der Arme aufbringen konnte; denn Gott wollte in keinem Fall eine erzwungene Hingebung, einen unfreiwilligen Dienst! – So ist es auch heute noch: Unser Gott wird nur dann geehrt und verherrlicht durch unseren Dienst, durch unsere Hingebung, wenn dieselbe aus einem aufrichtigen und dankbaren Herzen – aus innerstem Bedürfnis und Verlangen quillt, Ihn wieder zu lieben, der uns zuerst geliebt hat!

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