BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1917
September 1917

Dienstag, den 18. September 1917


3. Mose 21,6a

Vor allem sollen wir bei eigenem Schmerz und Verlust nicht der leidenschaftlichen Natur den Lauf lassen. Dadurch würden wir unsere heilige Stellung und Berufung als Priester Gottes entweihen! Die Beugung unter die heilige und liebevolle Hand unseres Gottes, welcher keinen Fehler macht und bei allem Gedanken des Friedens über uns hegt, nimmt unserer Trauer, auch wenn sie sehr tief ist, den bitteren Stachel! (Lies 5. Mose 32,4; Jer. 29,11-12). Wir finden Halt und Trost am Herzen unseres barmherzigen und mitfühlenden Heilandes. Er versteht uns völlig, trägt alles mit und für uns und gießt Seinen heilenden Balsam selbst in unsere tiefsten Wunden!* – Würde dagegen ein Kind Gottes in trotziger Verzagtheit klagen oder gar murren, so würde es dadurch den Namen seines Gottes sehr verunehren und sich selbst die Quellen des himmlischen Trostes gänzlich verstopfen! In keiner Weise mehr könnte ein Gläubiger in derartiger Verfassung seiner Berufung als „Priester Gottes“ gerecht werden. Sind wir doch als solche berufen, Gott allezeit die Opfer des Dankes und der Anbetung darzubringen, selbst im Schmerz! Und wenn wir hierzu auch vielleicht im Augenblick keine Worte finden, so wollen wir unserem Gott, der ins Herz schaut, doch schweigend huldigen, wie es einst Aaron tat, als seine beiden ältesten Söhne an einem Tag hinweggerafft wurden! (3. Mose 10,1-7)

* Ebenso sehr wie vor trostloser Traurigkeit hat der Christ sich jedoch zu hüten vor einer unnatürlichen Gefühllosigkeit im Schmerz. Gott will nicht, daß wir in Leid und Verlust empfindungslos seien oder kalt und gleichgültig über denselben hinwegschreiten. Das wäre ebenso heidnisch wie trostlose Verzagtheit und Verzweiflung! Unser Herr Jesus Selbst hat das Leid, den Kummer tief empfunden. Er weinte am Grabe Seines Freundes Lazarus und war überhaupt in dieser Welt „ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut“. Doch stand Er in innigster und unauflöslicher Verbindung mit Seinem Vater und empfing von Ihm beständig Kraft und unversieglichen Frieden. Ihm nach und Ihm ähnlich wollen wir den Weg des Glaubens durch diese leidvolle Welt gehen, dem herrlichen Endziel freudig und getrost entgegensehend.

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