BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1915
Juli 1915

Dienstag, den 20. Juli 1915


3. Mose 4,3 und 13-14

Dieses vierte Kapitel zeigt uns zunächst vier verschiedene Fälle, für welche ein Sündopfer vorgesehen war: 1. eine Sünde des Hohenpriesters (V. 1-12); 2. eine Sünde des ganzen Volkes (V. 13-21); 3. eine Sünde eines Fürsten (V. 22-26); 4. eine Sünde eines einfachen Israeliten (V. 27-35). Sündigte der Hohepriester, der berufene Vertreter des ganzen Volkes, so war die Gemeinschaft des ganzen Volkes mit Gott unterbrochen. Gott sei Dank, daß dieser Fall jetzt für das Volk Gottes niemals eintreten kann! Unser Hoherpriester ist „heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden“ und hat niemals nötig, „für eigene Sünden Schlachtopfer darzubringen“ (Hebr. 7,26-27). Wie herrlich deshalb, daß wir durch Ihn allezeit „mit Freimütigkeit hinzutreten dürfen zu dem Thron der Gnade“! Hatte die ganze Gemeinde gesündigt (V. 13), so war das Opfer dasselbe wie für den Hohenpriester. Die Ältesten mußten ihre Hände auf den Kopf des Opfertieres legen, um die Sünde des Volkes auf dasselbe zu übertragen. Wir sehen hier, daß selbst eine aus Versehen geschehene Sünde eine Schuld vor Gott ist. Wie wollten wir bestehen, wenn nicht Gott unsere Sünden auf Christum gelegt hätte so, wie Er sie sieht? (Lies Jes. 53,6.) Hätte Jesus meine Sünden am Kreuz nur insoweit getragen und gesühnt, als ich sie erkannt und ihm gebracht habe, so müßte ich stets in Angst und Ungewißheit sein, denn ich müßte fürchten, daß noch manche Sünden mir verborgen und daher unvergeben wären. Nun aber darf ich fröhlich singen: Auf dem Lamm ruht meine Seele, betet voll Bewund'rung an: / Alle, alle meine Sünden hat sein Blut hinweggetan.

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