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4. Mose 28,16-25
16 Aber am vierzehnten Tage des ersten Monats ist das Passah des HERRN. 17 Und am fünfzehnten Tage desselben Monats ist Fest. Sieben Tage soll man ungesäuertes Brot essen. 18 Der erste Tag soll heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr an ihm tun 19 und sollt dem HERRN Brandopfer tun: Zwei junge Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer ohne Fehl; 20 samt ihren Speisopfern: Drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zu einem Farren, und zwei Zehntel zu dem Widder, 21 und je ein Zehntel auf ein Lamm unter den sieben Lämmern; 22 dazu einen Bock zum Sündopfer, daß ihr versöhnt werdet. 23 Und sollt solches tun außer dem Brandopfer am Morgen, welche das tägliche Brandopfer ist. 24 Nach dieser Weise sollt ihr alle Tage, die sieben Tage lang, das Brot opfern zum Opfer des süßen Geruchs dem HERRN außer dem täglichen Brandopfer, dazu sein Trankopfer. 25 Und der siebente Tag soll bei euch heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr da tun.
Psalm 93,5
Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o HERR, ewiglich.
Daß dieses Fest eine ganze Woche währte, weist uns darauf hin, daß nach Gottes Gedanken das Sichscheiden und Geschiedensein von Welt und Sünde fortdauern und unser ganzes Leben und Zeugnis für Gott kennzeichnen soll: „Deinem Hause, Herr,“ zu welchem ja alle wahren Glaubenden gehören, „geziemt Heiligkeit auf immerdar!“ [Lies Eph. 4,17-24; 1. Joh. 3,7-10.]
Die neue Natur in uns liebt das Gute und leidet unter dem Bösen; sie haßt und flieht es. Deshalb ist das Erlöst- und Gelöstsein von der Sünde, von Ungerechtigkeit und Eitelkeit und vom eigenen alten Wesen der erneuerten Seele eine ersehnte Befreiung, ein wahres Fest! Sie jubelt, daß sie die Sünde nicht mehr tun muß - daß sie dem alten Ich nicht mehr zu gehorchen braucht: „Meine Lippen und meine Seele, die Du erlöst hast, sind fröhlich und lobsingen Dir!“ (Ps. 71,23; vgl. Luk. 1,68.69.74.75; Röm. 6,17-23.)
Jubelst auch du darüber, daß du aus der Macht und Knechtschaft der Sünde errettet bist? Ist dein Leben solche Festfeier? - Wir hören in unserem Schriftabschnitt, welch reiche Feueropfer die Israeliten dem Herrn während dieses siebentägigen Festes darbrachten - Ihm zum lieblichen Wohlgeruch. So dürfen und sollen auch wir alle Tage neu in unserem Leben die praktische „Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum ist, zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes“ darbringen - ja, sogar mit derselben „erfüllt sein!“, d. h. von ganzem Herzen das tun, was Ihm wohlgefällt - in selbstloser Liebe, Geduld, Lauterkeit und Treue handeln und wandeln. Auch diese „Opfer“ gehören zur „Festfeier“! - Der erste und der letzte Tag dieser Festwoche waren besonders ausgezeichnet als heilige Tage, an welchen „eine heilige Versammlung“ gehalten wurde - ein freudiges, feierliches Zusammenkommen der Israeliten vor Gottes Angesicht! (V. 17 u. 25; vgl. 3. Mos. 23,7.8.)
Soll nicht auch für uns 'Christen der erste und der letzte Tag - der Anfang und der Abschluß unseres Christenlebens auf Erden besonders feierlich und köstlich sein? Wie war unser Herz doch so beglückt, als wir zum ersten Male den Herrn Jesus preisen konnten, daß Seine Gnade uns errettet und Seinem Volke eingefügt hatte! Diesen Tag unserer Bekehrung werden wir nie vergessen, als wir uns in erster dankbarer Liebe unserem Erlöser weihen durften, der uns mit Seinem eigenen Blut für Gott erkauft hat! Und wie kostbar, daß man in dieser „ersten Liebe“ bleiben kann und darf und soll!
Doch auch auf den letzten Tag unserer Pilgerreise hier auf Erden dürfen wir uns freuen, wenn es heißen wird: „Heimgehen!“ - wenn wir zu Ihm, unserem himmlischen Herrn, kommen werden und Ihm die Früchte eines Ihm geheiligten Lebens zu Füßen legen dürfen! Dann soll es von jedem Gläubigen heißen: „Er kommt heim mit Jubel, tragend seine Garben!“ „Und also wird euch dargereicht werden ein weiter Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi“: „Machet auf die Tore, daß einziehe ein gerechtes Volk, welches die Treue bewahrt hat!“ [Ps. 126,6; 2. Petr. 1,11; Jes. 26,2.]
Ja, welch heilige und feierliche Versammlung wird das sein, wenn einmal all die Erlösten in der Herrlichkeit um ihren Herrn geschart sein werden, um Ihn ewiglich zu preisen. Kannst auch du dich auf die Wiederkunft des Herrn Jesu und auf deinen Heimgang zu Ihm freuen? Wird jener Tag für dich der Abschluß und die Krönung eines Ihm geweihten Lebens sein?
(Dienstag 1. März 1927)