BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 3. Mose -- 170 (Des HERRN Feiertage halten)
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DAS DRITTE BUCH MOSE (Leviticus)
C. GOTTES GESETZ -- TEIL 6: HEILIGUNG (3. Mose 17-27)
4. Wie sich die Heiligkeit des HERRN im täglichen Leben auswirken soll (3. Mose 19,1-37)

c) Des HERRN Feiertage halten (3. Mose 19,3b)


3. MOSE 19,3b

3 ... Haltet meine Feiertage; denn ich bin der HERR, euer Gott.

Unter dem Sabbatgebot steht der Christ nicht; denn dasselbe war das ausschließliche Bundeszeichen für Israel. (Vergl. Hesekiel 20,12)

Hesekiel 20,12 -- 12 Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie lernten, daß ich der HERR sei, der sie heiligt.

Das Gesetz stellte den Ruhetag an das Ende der Woche; erst auf die sechs Arbeitstage folgte derselbe. Das ist sehr bezeichnend für das Gesetz, denn dasselbe forderte von dem Menschen, daß er durch sein Tun und Wirken, durch das Halten der göttlichen Gebote, sich den Eingang in die Ruhe und in das Leben verdiene. (Römer 10,5)

Römer 10,5 -- 5 Mose schreibt wohl von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt: "Welcher Mensch dies tut, der wird dadurch leben."

Aber noch nie ist aus Gesetzeswerken ein Mensch zur Gerechtigkeit, zur wahren Ruhe und zu Gottes Herrlichkeit gelangt; denn der Mensch ist ein Sünder, unfähig und kraftlos zum Guten, geknechtet unter die Sünde! (Römer 3,9.20; Epheser 2,1-3)

Römer 3,9.20 -- 9 Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind, … 20 darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. / Epheser 2,1-3 -- 1 Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, 2 in welchen ihr weiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, 3 unter welchen auch wir alle weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern;

Selbst die Gläubigen des Alten Bundes erlangten nicht durch das Halten der Gebote, sondern durch Glauben Annahme und Gerechtigkeit bei Gott, wie uns das an Abraham, dem Vater der Gläubigen, dargetan wird. (Lies 1. Mose 15,6)

1. Mose 15,6 -- 6 Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.

Doch als im Glauben Gerechtfertigte erwiesen sie sich Gott dankbar in einem gehorsamen Wandel in Seinen Geboten; darin sind sie uns ein leuchtendes Vorbild! – Durch das Erlösungswerk Christi ist nunmehr der Glaubende befreit vom Gesetz und auf den weit erhabneren Boden der Gnade gestellt. Vergebung der Sünden, göttliche Gerechtigkeit und das ewige Leben sind ihm von vornherein in Christo geschenkt, ja, er darf sich schon jetzt im Glauben der ewigen Ruhe und Herrlichkeit Gottes rühmen! So beginnt also der Christ seinen Glaubenslauf im gewissen Besitz des ewigen Lebens und der wahren Ruhe für Herz und Gewissen; deshalb ist es ihm auch möglich, in der Kraft des Heiligen Geistes dem Wort des Herrn gehorsam zu sein und für Gott zu leben und zu wirken in dieser bösen Welt, indem ihm der Eingang in den Himmel gesichert ist durch die Gnade! Darum hat Gott nunmehr den Ruhetag, den Tag des Herrn Jesu, an den Anfang der Woche gestellt; das ist bezeichnend für die neue Stellung und Segnung des Christen! – Verboten ist ihm am Sonntag die Arbeit nicht; aber er freut sich, am Tage seines Herrn und Heilandes die Werktagsarbeit möglichst beiseite zu lassen und an diesem Tage Herz und Gedanken, Kraft und Zeit in besonderer Weise dem Herrn weihen zu dürfen! Vor allem füllt der ernste Christ diesen Tag aus mit dem Lesen und hören des Wortes Gottes und mit Lob und Preis und Dank gegen seinen Gott; er feiert mit den Mitgläubigen das Gedächtnis seines Herrn und Heilandes, der Sich Selbst am Kreuz für uns hingegeben hat. Dann aber freut er sich auch in der Ausübung der Liebe an Anderen und in der Beteiligung an Gottes großer Rettungsarbeit unter den verlorenen, verirrten Menschenkindern.

Wollte ein Christ, weil es ihm nicht verboten ist, am Sonntag seine irdischen Geschäfte treiben, so würde das nur eine niedrige, undankbare und weltliche Gesinnung verraten; der Segen Gottes könnte nicht auf ihm ruhen! – Daß die Obrigkeit im allgemeinen die Sonntagsruhe anordnet und aufrecht hält, darf uns zum Dank stimmen – nicht nur für uns selbst, sondern im Blick auf alle Menschen; denn es ist eine anerkannte Tatsache, daß der Mensch ein Leben, dessen Arbeit nicht immer wieder durch einen Ruhetag unterbrochen wird, nicht aushält!

(Montag, 12. März 1917)

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