BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
G. GESETZ 3: Der Bau des Heiligtums (2. Mose 35-40)

19. Anfertigung eines tragbaren Brandopferaltars aus Akazienholz mit Kupfer überzogen (2. Mose 38,1-7)


2. Mose 38,1-7

1 Und er machte den Brandopferaltar von Akazienholz, fünf Ellen lang und breit, gleich viereckig, und drei Ellen hoch. 2 Und machte vier Hörner, die aus ihm gingen auf seinen vier Ecken, und überzog sie mit Erz. 3 Und machte allerlei Geräte zu dem Altar: Aschentöpfe, Schaufeln, Becken, Gabeln, Kohlenpfannen, alles aus Erz. 4 Und machte am Altar ein Gitter wie ein Netz von Erz umher, von untenauf bis an die Hälfte des Altars. 5 Und goß vier Ringe an die vier Enden des ehernen Gitters für die Stangen. 6 Dieselben machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Erz 7 und tat sie in die Ringe an den Seiten des Altars, daß man ihn damit trüge; und machte ihn inwendig hohl

Die vier Seiten des Brandopferaltars hatten das gleiche Maß. „Es ist hier kein Unterschied - alle haben gesündigt und können so, wie sie von Natur sind, die Herrlichkeit Gottes niemals erlangen!“ Doch wenn sie sich abkehren von ihrer Sünde, so können sie umsonst gerechtfertigt werden durch die wunderbare Gnade Gottes: „Ihn, unseren gekreuzigten und auferstandenen Erlöser, hat Gott nun dargestellt als einen Gnadenthron. Da, wo bisher die Sünde geherrscht hat mit Todesgewalt, herrscht ja jetzt auf Grund der zufriedengestellten Gerechtigkeit Gottes die Gnade und schenkt ewiges Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ - Wer irgend also jetzt Zuflucht nimmt zum Kreuz von Golgatha - wer irgend zu Jesus, dem erhöhten Heiland, eilt - mag er auch der befleckteste Sünder sein: „das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht ihn rein von aller Sünde!“ Ja, wer der Sünde den Rücken kehrt und die dargebotene Gnade ergreift, der findet das ganze Herz und die ganze Liebe Gottes auf immerdar. Seine Schuld wird ausgetilgt, und Gott gedenkt derselben nie mehr! (Vgl. Ps. 103,8-13.)

Psalm 103,8-13 -- 8 Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. 9 Er wird nicht immer hadern noch ewiglich Zorn halten. 10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. 11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. 12 So ferne der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Übertretungen von uns sein. 13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, so ihn fürchten.

An den vier Ecken des Altars befanden sich seine „Hörner “, wahrscheinlich um die Opfertiere daranzubinden, bis sie geschlachtet wurden. Diese Hörner wurden mit dem Blut des Opfers bestrichen, und dem Tod verfallene Sünder eilten herzu und ergriffen die Hörner des Altars, um hier Gnade zu erlangen! [Lies 1. Kön. 1,50-53.]

1. Könige 1,50-53 -- 50 Aber Adonia fürchtete sich vor Salomo und machte sich auf, ging hin und faßte die Hörner des Altars. 51 Und es ward Salomo angesagt: Siehe, Adonia fürchtet den König Salomo; und siehe, er faßte die Hörner des Altars und spricht: Der König Salomo schwöre mir heute, daß er seinen Knecht nicht töte mit dem Schwert. 52 Salomo sprach: Wird er redlich sein, so soll kein Haar von ihm auf die Erde fallen; wird aber Böses an ihm gefunden, so soll er sterben. 53 Und der König Salomo sandte hin und ließ ihn herab vom Altar holen. Und da er kam, fiel er vor dem König Salomo nieder. Salomo aber sprach zu Ihm: Gehe in dein Haus!

So wird der Sünder, welcher seine Zuflucht zu dem Blute Christi nimmt, die Kraft der Erlösung und die neuschaffende Macht der Gnade Gottes herrlich erfahren. In dem Augenblick, da er durch Glauben das volle Heil in Jesus ergreift, ist die Allmacht und Gerechtigkeit Gottes auf seiner Seite, und er kann mit David singen: „Ich liebe Dich, Herr, meine Stärke! Du bist mein Fels und meine Burg und mein Erretter - mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Feste!“ - In Ps. 118,27 steht: „Bindet die Opfertiere mit Stricken an die Hörner des Altars!“ - Ja, der Herr Jesus, unser Erlöser - Er ließ Sich binden an den Altar mit Seilen der Liebe: freiwillig gab Er Sein Leben hin aus Liebe zu Gott und aus Liebe zu uns. So starb Er; das Feuer des göttlichen Zorns verzehrte das Opfer! Was mag es für das Herz Gottes gewesen sein. Seinen Eingeborenen am Kreuze hängen zu sehen! - Und als Jesus Sein Haupt geneigt. Seinen Geist übergeben hatte in die Hände Gottes - „Seine Seele ausgeschüttet hatte in den Tod “, da durfte keine Sünderhand Ihn mehr anrühren. Wie die Asche des Brandopfers heilig war und an einen reinen Ort gebracht werden mußte [3. Mos. 6,2-4], so sorgte Gott dafür, daß der Leib Seines geliebten Sohnes, nur noch von liebenden Jüngerhänden berührt, an eine reine Stätte gebracht wurde, in jenes neu ausgehauene Felsengrab, in welchem noch nie jemand gelegen hatte! [Luk. 23,50-56.]

3. Mose 6,2-4 -- 2 Gebiete Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz des Brandopfers. Das Brandopfer soll brennen auf dem Herd des Altars die ganze Nacht bis an den Morgen, und es soll des Altars Feuer brennend darauf erhalten werden. 3 Und der Priester soll seinen leinenen Rock anziehen und die leinenen Beinkleider an seinen Leib und soll die Asche aufheben, die das Feuer auf dem Altar gemacht hat, und soll sie neben den Altar schütten. 4 und soll seine Kleider darnach ausziehen und andere Kleider anziehen und die Asche hinaustragen aus dem Lager an eine reine Stätte. / Lukas 23,50-56 -- 50 Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann 51 und hatte nicht gewilligt in ihren Rat und Handel. Er war von Arimathia, der Stadt der Juden, einer, der auch auf das Reich Gottes wartete. 52 Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu; 53 und nahm ihn ab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in ein gehauenes Grab, darin niemand je gelegen hatte. 54 Und es war der Rüsttag, und der Sabbat brach an. 55 Es folgten aber die Weiber nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib gelegt ward. 56 Sie kehrten aber um und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat über waren sie still nach dem Gesetz.

Das Werk war vollbracht, das Opfer von seiten Gottes mit unendlichem Wohlgefallen angenommen; und mit der ersten Siegesbeute war der Sohn Gottes in das Paradies eingegangen, jubelnd begrüßt von der Menge der himmlischen Heerscharen! Am dritten Tage erweckte Ihn der Gott der Auferstehung und der Herrlichkeit und krönte den Sieger mit ewigem Ruhm!

(Sonntag, 17. November 1935)

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