BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 264 (Angaben zu den Brettern und Riegeln für den Bau der Stiftshütte)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
E. GESETZ 2: Der Plan des Heiligtums (2. Mose 25-31)

6. Angaben zu den Brettern und Riegeln für den Bau der Stiftshütte (2. Mose 26,15-30)


2. Mose 26,26-30

26 Und sollst Riegel machen von Akazienholz, fünf zu den Brettern auf einer Seite der Wohnung 27 und fünf zu den Brettern auf der andern Seite der Wohnung und fünf zu den Brettern hinten an der Wohnung gegen Abend. 28 Und sollst den mittleren Riegel mitten an den Brettern hindurchstoßen und alles zusammenfassen von einem Ende zu dem andern. 29 Und sollst die Bretter mit Gold überziehen und ihre Ringe von Gold machen, daß man die Riegel darein tue. 30 Und die Riegel sollst du mit Gold überziehen. Und also sollst du denn die Wohnung aufrichten nach der Weise, wie du gesehen hast auf dem Berge.

Wenn wir die mittlere, durchlaufende Riegelstange als die alle wahren Glaubenden verbindende, heilige Liebe gedeutet haben, so gibt es verwandte Eigenschaften, die gleichfalls das innige Verbundensein der wahren Erlösten kennzeichnen. Im Kolosserbrief schreibt Paulus: „Als Auserwählte Gottes, als Seine Heiligen und Geliebten kleidet euch in herzliches Erbarmen, in Güte, in einen demütigen Sinn, in Milde und Langmut! Ertragt einander liebevoll! Habt Nachsicht und verzeiht, wenn einer über den anderen etwas zu klagen hat! Wie der Herr Jesus euch vergeben hat, so vergebt auch einander!“ - O wie kostbar, wenn solche Liebe die Kinder Gottes verbindet und vereinigt - diese Liebe, die das Band der Vollkommenheit genannt wird [lies Kol. 3,14]

Kolosser 3,14 -- Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

Wenn man mit Tersteegen sagen kann:

O wie lieb' ich, Herr, die Deinen,
Die Dich suchen, die Dich meinen,
O wie köstlich sind sie mir!
Du weißt, wie mich's oft erquicket,
Wenn ich Seelen hab' erblicket,
Die sich ganz ergeben Dir!

In Ps. 16,3 heißt es: „Von den Heiligen, die auf Erden sind, spreche ich: Das sind die Herrlichen! An ihnen habe ich meine Lust!“ - Über die Christen in Ephesus konnte Paulus sich so sehr freuen, da sie stetig zunahmen im Vertrauen zum Herrn Jesus und in der Liebe zu allen Heiligen. - Herr Pastor Modersohn schreibt: Das ist etwas Großes: Liebe zu allen Heiligen! Wie oft verwechselt man diese mit der Sympathie oder Zuneigung zu nur einigen Heiligen! - Die Liebe zu allen Heiligen umfaßt alle gleicherweise, die Sympathischen und die Unsympathischen, die Wunderlichen und die, welche ganz abweichende Ansichten haben. - Wenn die goldenen Bretter der Stiftshütte nicht fest aneinander gefügt worden wären, es wäre kein schöner Anblick gewesen! Und so ist es auch kein schöner Anblick für das Herz Dessen, der Sich in so großer Liebe für uns geopfert hat, wenn manche von Seinen Jüngern so kalt aneinander vorübergehen - wenn sie einander nicht verstehen und nicht lieben. [Lies Ps. 133,1-3; 1. Joh. 2,9-11; 3,14.15; 4,20.21.]

Psalm 133,1-3 -- 1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist's, daß Brüder einträchtig beieinander wohnen! 2 wie der köstliche Balsam ist, der von Aarons Haupt herabfließt in seinen ganzen Bart, der herabfließt in sein Kleid, 3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions. Denn daselbst verheißt der HERR Segen und Leben immer und ewiglich. / 1. Johannes 2,9-11 -- 9 Wer da sagt, er sei im Licht, und haßt seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. 10 Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und ist kein Ärgernis bei ihm. 11 Wer aber seinen Bruder haßt, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet. / 1. Johannes 3,14.15 -- 14 Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. 15 Wer seinen Bruder haßt, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend. / 1. Johannes 4,20.21 -- 20 So jemand spricht: "Ich liebe Gott", und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? 21 Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

Paulus schreibt den Galatern: „Einer diene dem anderen in Liebe! Damit werdet ihr ja auch dem Gesetz in allen seinen Teilen gerecht, wenn es spricht: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! - Wenn ihr nun aber statt dessen einander beißt und freßt, so seht nur zu, daß ihr einander nicht den Garaus macht!“ - Meistens war es ja bei den ersten Christen ganz, ganz anders, als wie es zu jener Zeit bei den galatischen Christen stand. Ein römischer Schriftsteller berichtet uns, daß die Heiden den ersten Christen das Zeugnis gaben: „Seht nur, wie sie einander so liebhaben!“ [Lies Apgesch. 4,32.33; 5,12-14.]

Apostelgeschichte 4,32.33 -- 32 Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. 33 Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des HERRN Jesu, und war große Gnade bei ihnen allen. / Apostelgeschichte 5,12-14 -- 12 Es geschahen aber viel Zeichen und Wunder im Volk durch der Apostel Hände; und sie waren alle in der Halle Salomos einmütig. 13 Der andern aber wagte keiner, sich zu ihnen zu tun, sondern das Volk hielt groß von ihnen. 14 Es wurden aber immer mehr hinzugetan, die da glaubten an den HERRN, eine Menge Männer und Weiber

Und heute? Ach, wie fehlt es in diesem Stück! Was für eine Zerrissenheit und Zerspaltung herrscht im Volke Gottes! Was für ein Fressen und Beißen häufig in christlichen Versammlungen und Zeitschriften! O daß Sich Gott erbarmen möchte über unseren traurigen Mangel an Liebe - daß wir der Welt nicht mehr ein Anstoß und ein Schauspiel wären in unserer Uneinigkeit und Lieblosigkeit! - daß wir ihr vielmehr Anschauungsunterricht gäben im wahren Christentum, das In der Liebe gipfelt! - Johannes schreibt: „Kinder, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern in der Tat und in der Wahrheit!“ - Manche haben bei den vier übrigen Riegelstangen, abgesehen von der in der Mitte laufenden, gedacht an die vier wichtigen Stücke in Apgesch. 2,42, wo von den Gläubigen in Jerusalem gesagt wird: „Sie verharrten 1. in der Unterweisung der Apostel und 2. In der Gemeinschaft, 3. im Brechen des Brotes und 4. in den Gebeten.“ - vier köstliche Gnaden und Einrichtungen Gottes, durch welche die Kinder Gottes auch sichtlich verbunden sein sollen, und in welchen ihnen Bewahrung und immer neue Segnung zuteil wird! (Vgl. Spr. 3,1-10.)

Sprüche 3,1-10 -- 1 Mein Kind, vergiß meines Gesetzes nicht, und dein Herz behalte meine Gebote. 2 Denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre und Frieden bringen; 3 Gnade und Treue werden dich nicht lassen. Hänge sie an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, 4 so wirst du Gunst und Klugheit finden, die Gott und Menschen gefällt. 5 Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; 6 sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. 7 Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen. 8 Das wird deinem Leibe gesund sein und deine Gebeine erquicken. 9 Ehre den HERRN von deinem Gut und von den Erstlingen all deines Einkommens, 10 so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter mit Most übergehen.

(Donnerstag, 29. November 1934)

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