BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 195 (Nicht Arme quälen, Gott lästern, Oberste fluchen oder Ertrag zurück halten)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

10. Nicht Arme quälen, Gott lästern, Oberste fluchen oder Ertrag zurück halten (2. Mose 22,25-28)


2. MOSE 22,25-28

25 Wenn du von deinem Nächsten ein Kleid zum Pfande nimmst, sollst du es ihm wiedergeben, ehe die Sonne untergeht; 26 denn sein Kleid ist seine einzige Decke seiner Haut, darin er schläft. Wird er aber zu mir schreien, so werde ich ihn erhören; denn ich bin gnädig. 27 Den "Göttern" sollst du nicht fluchen, und den Obersten in deinem Volk nicht lästern. 28 Deiner Frucht Fülle und Saft sollst du nicht zurückhalten. Deinen ersten Sohn sollst du mir geben.

Den Armen sollten die Israeliten mit besonderer Liebe begegnen. Die ganze Bibel zeigt uns, daß Gott ein Herz für die Armen hat, sie versteht und ihnen hilft. Allerdings denkt die Bibel, wenn sie in diesem Sinne von den Armen spricht, an solche, die dem ewigreichen Gott nahestehen und in Ehrfurcht und Vertrauen zu Ihm aufblicken: „Besser ein Armer, der in seiner Lauterkeit wandelt, als wer verkehrte Lippen hat und dabei ein Tor ist!“ „Der Herr ist des Armen Schutz; Er wird eine hohe Feste sein dem Unterdrückten und eine hohe Burg in Zeiten der Drangsal. Darum trauen auf Dich, die Deinen Namen kennen, o Herr, denn Du verlässest die nicht, welche Dich suchen!“ Der Herr wird den Armen helfen; Er steht ihnen zur Rechten und wird ihr Recht ausführen. „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und Er wird ihm sein Wohltun vergelten!“ - Durch Mose ordnet der Herr an: „Wenn du dem Armen bei dir, der ja zu Meinem Volke zählt, Geld leihst, so sollst du ihm nicht sein wie ein Geldverleiher. Du sollst ihm keinen Zins auferlegen; du sollst dich fürchten vor deinem Gott, so daß dein Bruder bei dir leben kann.“ - Wieviel hat doch auch dieses Wort uns zu sagen: Geiz und Habsucht knechten unzählige Menschen und machen sie hart und gefühllos gegen die Armen! auch viele Kinder Gottes sind noch so habsüchtig und geldliebend; dies trennt sie weit von der Liebe Gottes und bringt großen Unsegen auf ihr Leben! (Lies Jak. 5,1-6.)

Jakobus 5,1-6 -- 1 Wohlan nun, ihr Reichen, weinet und heulet über euer Elend, das über euch kommen wird! 2 Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind mottenfräßig geworden. 3 Euer Gold und Silber ist verrostet, und sein Rost wird euch zum Zeugnis sein und wird euer Fleisch fressen wie ein Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in den letzten Tagen. 4 Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben, der von euch abgebrochen ist, der schreit, und das Rufen der Ernter ist gekommen vor die Ohren des HERRN Zebaoth. 5 Ihr habt wohlgelebt auf Erden und eure Wollust gehabt und eure Herzen geweidet am Schlachttag. 6 Ihr habt verurteilt den Gerechten und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.

Der Apostel Jakobus warnt sehr davor, auf die Armen herabzusehen und die Bessergestellten zu bevorzugen: „Meine Brüder und Schwestern, verbindet nicht den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, der zur Herrlichkeit erhoben ist, mit dem bösen Unterschiedmachen! Hat Gott nicht die, welche in den Augen der Welt arm sind, dazu auserwählt, reich zu sein im Glauben? Hat Er sie nicht zu Erben des Herrlichen Königreiches gemacht, das Er verheißen hat denen, die Ihn lieben? - Ihr aber habt den Armen verächtlich behandelt! - Es wäre gut, wenn ihr das königliche Gesetz, wie wir es in der Heiligen Schrift finden, wirklich erfüllen würdet: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! - Übt ihr dies, so tut ihr gut daran; wenn ihr dagegen solche Unterschiede macht, so begeht ihr Sünde; und das Gesetz verurteilt euch als Übertreter! Denn das göttliche Gericht wird ohne Barmherzigkeit vorgehen gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat!“ (Lies Ps. 41,1-3 [Luth. 2-4].)

Psalm 41,2-4 -- 2 Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bösen Zeit. 3 Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohl gehen auf Erden und wird ihn nicht geben in seiner Feinde Willen. 4 Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilfst ihm von aller Krankheit.

Wohl den Kindern Gottes, welche ihrem Gott in der Liebe, in der Milde, im praktischen Wohltun ähnlich sind: „Glückselig sind die, welche nach Gottes Sinn Barmherzigkeit üben, denn sie werden auch Barmherzigkeit erlangen!“ - V. 26 u. 27: Gab der arme Israelit, wenn er etwas schuldig war, sein Obergewand, das zugleich nachts als Schlafdecke benützt wurde, zum Pfand, so sollte der Gläubiger ihm dasselbe zurückgeben, ehe die Sonne unterging. denn andernfalls mußte der Arme ja frieren; womit sollte er sich vor der Kälte der Nacht schützen, wenn er sein einziges warmes Stück nicht hatte? - Der Bessergestellte sollte sich einmal in die Lage des anderen stellen! - Der Herr fügt die tröstliche Verheißung für den Armen hinzu: „Es wird geschehen, wenn er zu Mir schreit, so werde Ich ihn erhören, denn Ich bin gnädig!“ [Lies Ps. 34,4-20 (Luth. 5-21).]

Psalm 34,5-21 -- 5 Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. 6 Welche auf ihn sehen, die werden erquickt, und ihr Angesicht wird nicht zu Schanden. 7 Da dieser Elende rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. 8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. 9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn traut! 10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. 11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut. 12 Kommt her, Kinder, höret mir zu; ich will euch die Furcht des HERRN lehren: 13 Wer ist, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? 14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht Trug reden. 15 Laß vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. 16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien; 17 das Antlitz aber des HERRN steht gegen die, so Böses tun, daß er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde. 18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. 19 Der HERR ist nahe bei denen, die zerbrochnes Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagen Gemüt haben. 20 Der Gerechte muß viel Leiden; aber der HERR hilft ihm aus dem allem. 21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß deren nicht eins zerbrochen wird.

V. 28: Die Richter und Fürsten des Volkes sollten geehrt werden; man durfte nicht über sie schelten, noch ihnen fluchen. Das Gesetz Gottes deckte ihre Autorität! - Das Herrliche Evangelium geht hierin noch bedeutend weiter. Es lehrt die Gläubigen, jede Obrigkeit als von Gott anerkannt zu ehren, ihr untertan zu sein und für sie zu beten! - Wie wichtig ist auch in unseren Tagen diese Mahnung. Wenn ein Gläubiger über seine Vorgesetzten und über obrigkeitliche Personen schilt, so macht er sich unfähig, seine höchsten Aufgaben zu erfüllen und für jene zu beten! (Lies 1. Petr. 2,13-17.)

1. Petrus 2,13-17 -- 13 Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des HERRN willen, es sei dem König, als dem Obersten, 14 oder den Hauptleuten, als die von ihm gesandt sind zur Rache über die Übeltäter und zu Lobe den Frommen. 15 Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohltun verstopft die Unwissenheit der törichten Menschen, 16 als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. 17 Tut Ehre jedermann, habt die Brüder lieb; fürchtet Gott, ehret den König!

(Dienstag, 21. August 1934)

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