BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 172 (Gebot 5: Ehre Vater und Mutter)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

2. Die Zehn Gebote (2. Mose 20,1-17)

e) Gebot 5: Ehre Vater und Mutter (2. Mose 20,12)


2. MOSE 20,12

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, daß dir der HERR, dein Gott, gibt.

Das fünfte Gebot lautet: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf daß deine Tage verlängert werden in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt!“ - Gott fordert, daß die Eltern geehrt werden. In Gesinnung, Wort und Tat soll man ihnen Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe erweisen. - Gott stellt die Eltern als einheitliches Haupt der Familie hin, verantwortlich für ihre Kinder, für das Leben und die Ordnung in ihrem Hause. Er umkleidet sie mit gottgegebener Autorität, um so mehr als sie ja zunächst für die Kinder Stellvertreter Gottes sind, vor welchen heilige Ehrfurcht am Platze ist! (Vgl. 3. Mos. 19,3; 1. Kön. 2,19.)

3. Mose 19,3 -- Ein jeglicher fürchte seine Mutter und seinen Vater. Haltet meine Feiertage; denn ich bin der HERR, euer Gott. / 1. Könige 2,19 -- Und Bath-Seba kam hinein zum König Salomo, mit ihm zu reden Adonias halben. Und der König stand auf und ging ihr entgegen und neigte sich vor ihr und setzte sie auf seinen Stuhl. Und es ward der Mutter des Königs ein Stuhl gesetzt, daß sie sich setzte zu seiner Rechten.

In dieser Forderung der Elternehre legt Gott den Grund für die Ordnung des ganzen sozialen Lebens der Menschen. Der Mensch lernt dadurch von früh an, die gottgegebenen Autoritäten zu achten und ihnen Gehorsam zu leisten. Alles was Obrigkeit heißt, hat sich entwickelt aus dem Verhältnis von Eltern und Kindern und schöpft aus demselben seinen sittlichen Halt und Bestand; und von diesem sittlichen Halt und Bestand wiederum hängt das Wohl und Gedeihen der Völker ab! [Lies Eph. 6,5; 1. Tim. 6,1.2; Röm. 13,1-10.]

Epheser 6,5 -- Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als Christo; / 1. Timotheus 6,1.2 -- 1 Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. 2 Welche aber gläubige Herren haben, sollen sie nicht verachten, weil sie Brüder sind, sondern sollen viel mehr dienstbar sein, dieweil sie gläubig und geliebt und der Wohltat teilhaftig sind. Solches lehre und ermahne. / Römer 13,1-10 -- 1 Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. 2 Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen. 3 Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes, so wirst du Lob von ihr haben. 4 Denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut. 5 Darum ist's not, untertan zu sein, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. 6 Derhalben müßt ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz handhaben. 7 So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. 8 Seid niemand nichts schuldig, als daß ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn was da gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten", und so ein anderes Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten zusammengefaßt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 10 Denn Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

Ein Volk, in welchem das Familienleben auf der Höhe ist, wird stark, sieghaft und gesegnet sein. (Lies Ps. 127,1-5.)

Psalm 127,1-5 -- 1 Ein Lied Salomos im höhern Chor. Wo der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst. 2 Es ist umsonst, daß ihr früh aufstehet und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er's schlafend. 3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk 5 Wie die Pfeile in der Hand des Starken, also geraten die jungen Knaben. 5 Wohl dem, der seinen Köcher derselben voll hat! Die werden nicht zu Schanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Tor.

Mit Recht dehnt Luther in seiner Auslegung dieses Gebotes die für die Eltern geforderte Ehre auch auf alle anderen gottgeordneten Autoritäten aus. Auch Erzieher, Lehrer und Vorgesetzte haben nach Gottes Willen durchaus Anspruch auf Achtung und Ehre, auf Gehorsam und Dankbarkeit: „Denn die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste, und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich!“ (Vgl. 1. Tim. 5,17.19; Hebr. 13,17 und 7.)

1. Timotheus 5,17.19 -- 17 Die Ältesten, die wohl vorstehen, die halte man zweifacher Ehre wert, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. 18 Denn es spricht die Schrift: "Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, der da drischt;" und "Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert." 19 Wider einen Ältesten nimm keine Klage an ohne zwei oder drei Zeugen. / Hebräer 13,17 -- Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen; auf daß sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. / Hebräer 13,7 -- Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach.

Der Apostel Paulus nimmt gerade dieses Gebot: „Ehre Vater und Mutter!“ in den erhabensten Brief des Neuen Testamentes mit hinein und betont, daß es als ein Hauptgebot durch Angliederung einer besonderen Segensverheißung ausgezeichnet sei. Wie alle zehn Gebote, so geht auch dieses fünfte Gebot alle Menschen an. Die meisten Menschen in der Christenheit machen sich allerdings keine Vorstellung davon, in welchem Maße Segen und Gedeihen im ganzen Erdenleben unmittelbar davon abhängig ist, ob ein Mensch Vater und Mutter geliebt und geehrt hat! - In vielen Fällen - das zeigt uns der Einblick in das Leben - steht eine Kette von Unsegen, Mißlingen, Unglück, Krankheit und Verarmung in unmittelbarem Zusammenhang mit Versündigung gegen Vater und Mutter! - Die meisten Menschen sind blind über die unbezahlbare Dankesschuld, mit welcher sie ihren Eltern, vor allem der Mutter, verschuldet sind! - Unser Herr Jesus hat uns in Seinem Erdenleben hinsichtlich jeden Gebotes ein so heiliges Beispiel hinterlassen. Auch in der Erfüllung dieses Gebotes ist Er uns das unerreicht hohe Vorbild. Wenn er auch schon als zwölfjähriger Knabe zu Seiner Mutter sagen mußte: „Wußtet ihr nicht, daß Ich in dem sein muß, was Meines Vaters ist?“, so sagt uns doch der Evangelist gerade bei dieser Gelegenheit: „Er war Seinen Eltern untertan!“ Und mit heiliger Liebe hat Er, unser Herr Jesus, in Seinen letzten Stunden noch für die alternde Mutter gesorgt. Als sie bei Seinem Kreuze stand, schaute Er sie liebevoll an und gab ihr Seinen liebsten Jünger zur Stütze ihres Alters. Und dieser verstand seinen Meister völlig, indem er von dieser Stunde an Maria zu sich nahm und ihr das Heim bot, dessen sie bedurfte! (Joh. 19,26.27.)

Johannes 19,26.27 -- 26 Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! 27 Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

(Donnerstag, 28. Juni 1934)

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Zuletzt geändert am 07.09.2015 10:49 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)