BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 643 ( Zehn Brüder Josefs reisen nach Ägypten, um bei ihm Getreide zu kaufen. Als er sie erkennt, bezichtigt er sie der Spionage )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

19. Zehn Brüder Josefs reisen nach Ägypten, um bei ihm Getreide zu kaufen. Als er sie erkennt, bezichtigt er sie der Spionage (1. Mose 42,1-14)


1. MOSE 42,5-7

5 Also kamen die Kinder Israels, Getreide zu kaufen, samt anderen, die mit ihnen zogen; denn es war im Lande Kanaan auch teuer. 6 Aber Joseph war der Regent im Lande und verkaufte Getreide allem Volk im Lande. Da nun seine Brüder kamen, fielen sie vor ihm nieder zur Erde auf ihr Antlitz. 7 Und er sah sie an und kannte sie und stellte sich fremd gegen sie und redete hart mit ihnen und sprach zu ihnen: Woher kommt ihr? Sie sprachen: Aus dem Lande Kanaan, Speise zu kaufen.

MARKUS 11, 25.26

25 Und wenn ihr stehet und betet, so vergebet, wo ihr etwas wider jemand habt, auf daß auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Fehler. 26 Wenn ihr aber nicht vergeben werdet, so wird euch euer Vater, der im Himmel ist, eure Fehler nicht vergeben

So zogen nun die Söhne Israels, von den Gebeten des Vaters begleitet, hinab nach Ägypten. Sie mischten sich unter die Händler, die aus aller Herren Länder auf dem Wege zusammentrafen und dorthin kamen, um in Ägypten Getreide zu kaufen. Alle Ausländer ließ Joseph, der Gebieter des Landes, persönlich vor sich führen; denn man mußte doch wissen, wem man Korn gab und wieviel. Es lag die Befürchtung nur zu nahe, daß sich unter die getreidekaufenden Ausländer Spione mischten, die einem feindlichen Einfall die Wege auskundschaften sollten! Die zehn Brüder wurden also vor den mächtigen ägyptischen Gebieter geführt. Wie es alle Ausländer der Sitte entsprechend selbstverständlich taten, so bückten auch sie sich vor dem Herrscher nieder, so daß ihr Angesicht den Boden berührte. [Vgl. 1. Mose 44,14; Jes. 60,14.]

1. Mose 44,14 -- Und Juda ging mit seinen Brüdern in Josephs Haus, denn er war noch daselbst; und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde. / Jesaja 60,14 -- Es werden auch gebückt zu dir kommen, die dich unterdrückt haben; und alle; die dich gelästert haben, werden niederfallen zu deinen Füßen und werden dich nennen eine Stadt des HERRN, ein Zion des Heiligen in Israel.

Joseph sah sie an und erkannte sie aus all den Fremden heraus sofort. Was mochte doch sein Herz in diesem Augenblick empfinden! ([Lies Spr. 20,22; 24,29]; Luk. 15,11–24.)

Sprüche 20,22 -- Sprich nicht: Ich will Böses vergelten! Harre des HERRN, der wird dir helfen / Sprüche 24,29 -- Sprich nicht: "Wie man mir tut, so will ich wieder tun und einem jeglichen sein Werk vergelten."/ Lukas 15,11-24 -- 11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut. 13 Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. 14 Da er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben. 15 Und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir 19 und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, 23 und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein! 24 denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein.

Und doch durfte er sich nicht das geringste anmerken lassen. Während diese Männer aus Kanaan ihr Anliegen vor dem Herrscher vorbrachten, war dieser sich innerlich vor Gott ganz klar, wie er ihnen zu begegnen hatte. Wie viel hatte er schon zu Gott um Buße gefleht für seine Brüder, um Erkenntnis ihres Unrechts – eine tiefgreifende Umwandlung ihrer Herzen und ihres Lebens, und nun gab Gott sie auf so merkwürdige Weise in seine Hand. Wie viel Weisheit bedurfte er jetzt, um ihnen wirklich richtig und in göttlicher Weise zu helfen und zu dienen. Es geschieht nicht selten, daß Menschen, um deren Seele wir jahrelang vor Gott gerungen und gefleht haben, auffallenderweise in eine solche Lage und Abhängigkeit uns gegenüber gebracht werden, daß wir schließlich tatsächlich das Werkzeug ihrer Beugung, Umkehr und Umwandlung unter Gottes Leitung werden dürfen! [Lies aufmerksam Röm. 11,33–36.]

Römer 11,33-36 -- 33 O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind sein Gerichte und unerforschlich seine Wege! 34 Denn wer hat des HERRN Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? 35 Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß ihm werde wiedervergolten? 36 Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

(Sonntag, 11. Oktober 1953)

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