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1. Thessalonicher Titus

Diese BLZ Andacht: -- Im Original -- ERWEITERT

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DER TITUSBRIEF


Titus 3,12-15

12 Wenn ich zu dir senden werde Artemas oder Tychikus, so komm eilend zu mir gen Nikopolis; denn daselbst habe ich beschlossen den Winter zu bleiben. 13 Zenas, den Schriftgelehrten, und Apollos fertige ab mit Fleiß, auf daß ihnen nichts gebreche. 14 Laß aber auch die Unsern lernen, daß sie im Stand guter Werke sich finden lassen, wo man ihrer bedarf, auf daß sie nicht unfruchtbar seien. 15 Es grüßen dich alle, die mit mir sind. Grüße alle, die uns lieben im Glauben. Die Gnade sei mit euch allen! Amen.

Paulus wünschte den geliebten Mitarbeiter bald zu sehen und bei sich zu haben - wohl hauptsächlich, um wichtige Angelegenheiten des Werkes und Dienstes mit ihm zu besprechen. Da aber die kretischen Gemeinden noch jung und unbefestigt waren, sollten sie nicht ohne Leitung und Überwachung bleiben! Titus sollte daher erst zu dem Apostel kommen, wenn Artemas oder Tychikus zu seiner Vertretung angelangt sein würde! - Von dem erstgenannten Mitarbeiter des Apostels erfahren wir sonst nichts. Tychikus, der aus Kleinasien stammte, begleitete einst den Apostel auf wichtigen Reisen. [Apg. 20,4.]

Apostelgeschichte 20,4 -- Es zogen aber mit ihm bis nach Asien Sopater von Beröa, von Thessalonich aber Aristarchus und Sekundus, und Gajus von Derbe und Timotheus, aus Asien aber Tychikus und Trophimus.

Später, als ein geliebter Bruder und treuer Diener bewährt, überbrachte er von Rom aus die Briefe des gefangenen Paulus an die Epheser (Eph. 6,21.22) und Kolosser. (Kol. 4,7.8.)

Epheser 6,21.22 -- 21 Auf daß aber ihr auch wisset, wie es um mich steht und was ich schaffe, wird's euch alles kundtun Tychikus, mein lieber Bruder und getreuer Diener in dem HERRN, 22 welchen ich gesandt habe zu euch um deswillen, daß ihr erfahret, wie es um mich steht, und daß er eure Herzen tröste. / Kolosser 4,7.8 -- 7 Wie es um mich steht, wird euch alles kundtun Tychikus, der liebe Bruder und getreue Diener und Mitknecht in dem HERRN, 8 welchen ich habe darum zu euch gesandt, daß er erfahre, wie es sich mit euch verhält, und daß er eure Herzen ermahne

Offenbar waren Artemas und Tychikus in des Apostels Begleitung oder doch Nähe, als er - man nimmt an, kurz vor seiner zweiten Gefangennehmung! - diesen Brief schrieb. - Ob der Plan, in Nikopolis (Westküste Griechenlands) zu überwintern, zur Ausführung kam, weiß man nicht gewiß. (Vgl. 2. Tim. 4,21.)

2. Timotheus 4,21 -- Tue Fleiß, daß du vor dem Winter kommst. Es grüßt dich Eubulus und Pudens und Linus und Klaudia und alle Brüder.

Als Paulus seinem Märtyrertode entgegensah, sandte er zum zweiten Male den Tychikus nach Ephesus. (2. Tim. 4,12.)

2. Timotheus 4,12 -- Tychikus habe ich gen Ephesus gesandt.

Zenas, der Gesetzgelehrte, und Apollos, von dessen Gaben und Diensten wir ja vieles wissen (vgl. Apg. 18,24-28), waren, wie man annimmt, um jene Zeit ebenfalls im Dienste des Evangeliums auf Kreta tätig oder wurden dort erwartet.

Apostelgeschichte 18,24-28 -- 24 Es kam aber gen Ephesus ein Jude mit namen Apollos, von Geburt aus Alexandrien, ein beredter Mann und mächtig in der Schrift. 25 Dieser war unterwiesen im Weg des HERRN und redete mit brünstigem Geist und lehrte mit Fleiß von dem HERRN, wußte aber allein von der Taufe des Johannes. 26 Dieser fing an, frei zu predigen in der Schule. Da ihn aber Aquila und Priscilla hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch fleißiger aus. 27 Da er aber wollte nach Achaja reisen, schrieben die Brüder und vermahnten die Jünger, daß sie ihn aufnähmen. Und als er dahingekommen war, half er denen, die gläubig waren geworden durch die Gnade. 28 Denn er überwand die Juden beständig und erwies öffentlich durch die Schrift, daß Jesus Christus sei.

Paulus legt es Titus ans Herz, sorgfältig an die Bedürfnisse dieser auf der Reise befindlichen Brüder zu denken und ihnen auf der ihnen fremden Insel genügend für Geleite zu sorgen, damit sie nicht unnötig Zeit und Kraft für die Wege zwischen den einzelnen Gemeinden verbrauchten! Wie ist doch die göttliche Liebe so zartfühlend, so umsichtig und weitblickend! (Kol. 3,12; 1. Kor. 12,25b.26.)

Kolosser 3,12 -- So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; / 1. Korinther 12,25.26 -- 25 auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen. 26 Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.

Es sollte diesen teuren Dienern Christi - die ihre ganze Kraft dem Werke Gottes widmeten - an nichts mangeln! - Jedoch sollte Titus diese Sorge nicht allein tragen, sondern auch die noch jungbekehrten kretischen Christen es lernen lassen, wie man an die notwendigen Bedürfnisse anderer, besonders der bewährten Reichsgottesarbeiter, denkt! - Es ist sehr heilsam und notwendig, daß die Kinder Gottes das Dienen und Helfen üben und über die eigenen Angelegenheiten hinaus das Wohl und Wehe anderer mit aufs Herz nehmen lernen! [Lies Jes. 1,17; Luk. 6,27-38.]

Jesaja 1,17 -- lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helfet dem Unterdrückten, schaffet dem Waisen Recht, führet der Witwe Sache / Lukas 6,27-38 -- 27 Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen; 28 segnet die, so euch verfluchen und bittet für die, so euch beleidigen. 29 Und wer dich schlägt auf einen Backen, dem biete den anderen auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem wehre nicht auch den Rock. 30 Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das deine nimmt, da fordere es nicht wieder. 31 Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, also tut ihnen gleich auch ihr. 32 Und so ihr liebet, die euch lieben, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder lieben auch ihre Liebhaber. 33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun das auch. 34 Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf daß sie Gleiches wiedernehmen. 35 Vielmehr liebet eure Feinde; tut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig über die Undankbaren und Bösen. 36 Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch vergeben. 38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.

Hierin sollen die älteren Christen den jüngeren nicht nur ein Vorbild sein - das ist das Wichtigste! sondern sie auch lehren, Gutes zu tun - sie anweisen, für die notwendigen Bedürfnisse Armer und Elender oder auch des Werkes und der Diener Gottes fleißige Hände zu regen. Denn Gott will Seine Kinder nicht unfruchtbar sehen, sondern als Pflanzen der Gerechtigkeit, „die ihre Frucht bringen zur rechten Zeit“ - die „würdig des Herrn wandeln zu allem Wohlgefallen, in jedem guten Werke fruchtbringend und wachsend durch die Erkenntnis Gottes“! - Allerdings sollen die „guten Werke“ nicht unnötigem Luxus, sondern notwendigen Lebensbedürfnissen dienen. Die bedürftigen Mitgläubigen sollen wohl versorgt, nicht aber verwöhnt werden!

Der Brief endet, wie fast alle Briefe der Apostel, mit der Gnade, ohne welche weder ein Paulus noch ein Titus ihren Dienst und ihren Weg vollenden konnten. Auch wir bedürfen täglich und stündlich der göttlichen Gnade - diese Gnade muß uns bewahren, heiligen und ans Ziel bringen! - „Grüße, die uns lieben im Glauben!“ Lebendiger Glaube kann ohne eine wahre und herzliche Liebe zu den Brüdern - zu den Mitgläubigen nicht bestehen; denn die Bruderliebe ist einer der mächtigsten Beweise des göttlichen Lebens!

(Freitag, den 29. Oktober 1926)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 10.07.2026 18:20 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.3.3)