BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
März 1935

Dienstag, den 19. März 1935


5. Mose 10,1-5

Nachdem Mose vierzig Tage und vierzig Nächte vor dem Herrn gelegen hatte in unablässigem Ringen und Flehen für Israel - es war das zweitemal, daß er vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berge war! - da legte sich der Zorn Gottes gegen das Volk; da neigte Sich der Herr in Gnaden zu Seinem Knechte und erklärte Sich bereit, dem Volke eine völlige und ganze Vergebung und Zurechtbringung zuteil werden zu lassen! (Lies 5. Mose 9,17-29.) - Die ersten Tafeln waren durch die große Schuld und Sünde des Volkes zertrümmert; und die neuen Tafeln, die Mose auf Gottes Befehl gefertigt hatte, sie lagen noch unbeschrieben neben ihm. Nun aber schrieb der Herr mit Seinem heiligen Finger dieselben Worte, dieselbe Schrift hinein wie das erstemal. O was sagen uns doch diese Worte: „wie das erstemal“! - Es gibt nichts Schmerzlicheres, als erkennen zu müssen: Ich habe die erste dankbare Liebe zum Herrn verlassen und verloren. Ich habe meinen ersten Zustand nicht bewahrt - mein neues, göttliches Leben, das mir bei der Bekehrung in so großer Gnade geschenkt wurde, nicht sorgfältig in den Händen getragen, gepflegt und gefördert! - Es gibt kein schwereres Werk, als die erste Liebe wiederzuerlangen - die erste Reinheit und Einfalt - das erste Zutrauen - die erste Lauterkeit und volle Hingabe. - Wir hören Hiob klagen: „O daß ich wäre wie in den Monden der früheren Zeit - wie in den Tagen, da Gott mich bewahrte! - als Seine Leuchte noch über meinem Haupte strahlte und ich bei Seinem Licht durch die Finsternis wandelte! - So wie ich war in den Tagen meiner Reife, meiner vollen inneren Kraft, als ich noch im vertrauten Umgang mit Gott stand und Sein Geheimnis über meinem Zelte war - als der Allmächtige noch mit mir war - meine Kinder rings um mich her; als meine Schritte sich in Milch badeten und der Fels neben mir Bäche von Öl fließen ließ! - Wenn ein Ohr von mir hörte, so pries es mich glücklich; und wenn ein Auge mich sah, so legte es Zeugnis von mir ab.“ [Lies Hiob 29,1-11.] - Wenn du mit dir selbst traurige Erfahrungen gemacht hast und in tiefer Reue bekennen mußt: O ich habe nicht bewahrt, was der Herr mir einst geschenkt hatte! Ich bin nicht geblieben in der kindlichen, einfältigen Gehorsamsstellung - ich bin nicht fortgeschritten und vorangekommen auf dem Weg des ewigen Lebens und der dankbaren Liebe! - ich habe durch Untreue, durch Schläfrigkeit, durch Rückkehr zur Sünde selbst zertrümmert, was der Herr an mir getan hatte! - so komm ganz zerknirscht und in tiefer Reue und Buße zu dem Herrn! - Nur eine ganze Abkehr von allem Ungöttlichen - von deiner Untreue - kann dich retten! Anders kannst du niemals zurechtkommen und zurechtgebracht werden! Jeremia sagt: „Siehe, ich bringe sie aus weiter Ferne und sammle sie vom äußersten Ende der Erde. Mit Weinen kommen sie, und unter Flehen leite ich sie; ich will sie zu Wasserbächen führen und auf einem ebenen Wege leiten, auf dem sie nicht straucheln werden! - Der Israel zerstreut hat, der will es auch wieder sammeln und es nun hüten wie ein Hirt seine Herde! Und sie werden kommen und jubeln auf den Höhen Zions und herbeiströmen zu den Gütern ihres Gottes. Ihre Seele soll sein wie ein bewässerter Garten, und nie mehr sollen sie verschmachten. Ich will ihre Trauer in Freude verwandeln; Ich will sie trösten und sie erfreuen, indem Ich sie von ihrem Kummer heile! Ja, Mein Volk soll sich an Meinen Gütern sättigen, spricht der Herr.“ [Lies Jer. 31,8-14.]

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