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JAHRGANG 1934
Dezember 1934

Donnerstag, den 20. Dezember 1934


2. Mose 28,1.2

Ehe das letzte Stück des Heiligtums, der goldene Räucheraltar, angeordnet und beschrieben wird, Kap. 30,1-10, wird also in Kap. 28 und 29 das Priestertum Aarons und seiner Söhne von Gott festgesetzt. Dieses Priestertum wurzelte in dem Bund, den der Herr ursprünglich - vor dem Gesetzesbund - mit Israel geschlossen hatte und den Er einleitete mit den Worten : „Ihr habt gesehen, was Ich an den Ägyptern getan und wie Ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu Mir gebracht habe. Wenn ihr nun fleißig auf Meine Stimme hören und Meinen Bund halten werdet, so sollt ihr Mein Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist Mein. Und ihr sollt Mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein!“ [2. Mos. 19,3-6.] - Das war Gottes ursprünglicher Plan mit Seinem Volk Israel. ein Königreich von Priestern - ein Volk, dessen Glieder alle Könige und Priester sind, d. h. gottgeweihte Diener, die Ihm nahestehen und allezeit bei Ihm Zutritt haben - die ganz Seinem Dienste leben! - Ein heiliges Volk, d. h. ein Volk, das ganz für Gott da ist und sich Ihm weiht. - Doch wie schnell hatte es sich gezeigt, daß Israel als Ganzes zu einer solchen Stellung und Aufgabe noch nicht befähigt war. Ja, es hatte sich selbst das Zeugnis der Untüchtigkeit zum unmittelbaren Umgang mit Gott ausgestellt, wenn es zu Mose sprach: „Rede du mit uns und laß nicht Gott mit uns reden, wir möchten sonst sterben!“ [2. Mos. 20,18-21.] - So machte denn der große Abstand zwischen der göttlichen Bestimmung und dem tatsächlich nur zu menschlichen Stand des Volkes ein vermittelndes Priestertum nötig. Der Herr erwählte Aaron und seine Söhne aus der Mitte der Kinder Israel, damit sie Ihm den heiligen Priesterdienst ausüben sollten. Ja, den ganzen Stamm Levi nahm Gott statt aller Erstgeborenen Israels zum Dienste für Sich. Doch Aaron und seine Söhne standen an der Spitze. [Vgl. 4. Mos. 17,1-11 (Luth. 16-26).] - Priester sein heißt: Gott unmittelbar nahen - in heiligem Verkehr mit Ihm, dem Allerhöchsten, stehen und Ihm dienen auf Grund Seiner Erwählung und Weihe! Das ist die erste und wichtigste Auffassung des Priestertums, die zur vollen Geltung kommt in dem neutestamentlichen geistlichen Priestertum der Erlösten bis in dessen höchste Vollendung hinauf: „Sie sind vor dem Thron Gottes und dienen Ihm Tag und Nacht in Seinem Tempel. Sie werden nicht mehr hungern, auch nicht mehr dürsten, noch wird je die Sonne auf sie fallen, noch irgendeine Glut. Denn das Lamm dort mitten auf dem Thron wird sie weiden und sie leiten zu den Quellen des Lebenswassers! - Und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.“ Sie singen: „Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in Seinem Blut, der uns gemacht hat zu Königen und Priestern Seinem Gott und Vater - Ihm gebührt die Herrlichkeit und die Macht in die Ewigkeit der Ewigkeiten! Amen.“ (Lies 1. Petr. 2,5.9; Röm. 12,1.2; Hebr. 13,15.) - So haben denn die vor uns liegenden Kapitel allen wahren Kindern Gottes unendlich Hohes zu sagen über ihre neue Priesterstellung, in welche die erlösende Gnade sie auf immerdar berufen und gebracht hat, und für welche sie sich heiligen dürfen und sollen! - Wird uns doch zugerufen: „Als lebendige Steine werdet ihr aufgebaut zu einem geistlichen Hause. Ja, ihr seid eine heilige Priesterschaft - bestimmt, Gott geistliche Opfer darzubringen, die Ihm durch Jesus Christus angenehm und wohlgefällig sind! ... Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, ein Volk des göttlichen Besitztums. Ihr sollt die herrlichen Eigenschaften Dessen verkündigen, der euch aus der Finsternis zu Seinem wunderbaren Licht berufen hat!

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