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JAHRGANG 1934
April 1934

Montag, den 23. April 1934


2. Mose 16,6-13a

Israel murrt. Und du, Kind Gottes, wenn du dich beklagst über Ungerechtigkeit, die dir in deiner nächsten Umgebung widerfährt, oder über die Verkehrtheit von Kindern Gottes schiltst, so siehe wohl zu: dein Murren und Schelten ist wider deinen treuen liebenden Gott gerichtet. Murren ist heidnisch! Sei nur erst einmal ein wirklicher Mensch Gottes - ein Erlöster, in welchem der Geist Gottes lebt und der Sinn Jesu Christi sich offenbart, dann muß dir alles zum Besten dienen - zum Heil, zur Läuterung, zur Bewahrung vor Sünde! Mag das Unrecht nun von rechts oder von links - aus dem Lager der Welt oder demjenigen der Gemeinde an dich herankommen, mögen Fernstehende oder die Allernächsten dir Schwierigkeiten bereiten - nimmst du es im Geiste und Sinn Dessen hin, welcher für alles den Vater pries, so wirst du die tiefsten Segnungen erlangen, und dein Leben wird werden ein Lobpreis der herrlichen Gnade Gottes! (Lies Matth. 11,25.26.) - Nicht Mose und Aaron waren es im Grunde, gegen welche das Volk gemurrt hatte, sondern der Herr Selbst! - Würden wir doch stets daran denken, daß wir vor Gott offenbar sind und daß Er alles hört, was wir reden - alles sieht, was wir tun, alles wahrnimmt, was im tiefsten Innern unseres Herzens und unserer Gedankenwelt sich vollzieht: „Du, o Gott, siehest mich!“ - Wenn dieses Bewußtsein uns beständig begleitet, so werden wir vor viel Sünde und Verkehrtheit bewahrt, auf den Wegen unseres Gottes und Ihm zum Wohlgefallen wandeln! [Lies Ps. 37,30.31; 89,15-18 (Luth. 16-19).] - Der wunderbare Gott, der Israel aus Ägypten herausgeführt hatte, sorgte für Sein Volk, so daß dieses nicht nötig hatte, je an eine Rückkehr in das Land ihrer Sklaverei auch nur zu denken! [Vgl. Vers 3.] - Mose und Aaron hielten nicht viel von sich selbst; sie waren demütige Knechte, denen nichts an der eigenen Ehre, aber alles an der Ehre ihres Gottes lag: „Denn was sind wir? Nicht wider uns ist euer Murren, sondern wider den Herrn!“ - Der Apostel Johannes schreibt: „Wer Gott kennt, der hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, der hört auch nicht auf uns!“ (Lies Jes. 44,24-26.) - Während Aaron zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel redet, sieht das Volk, wie die Herrlichkeit des Herrn sich über die weite Wüste lagert. So wird Israel in diesem Augenblick die Wüste selbst und auch sein Weg durch die Wüste verklärt!

Wenn Dein Volk, o Herr, durch die Wüste zieht,
Ist des Kampfes Ziel, das die Glieder vereint,

Daß in dunkler Nacht dieser Erde erscheint
Offenbarung der Herrlichkeit Gottes!
(Aus „Lieder von Kampf und Herrlichkeit“ von H.-E, Alexander)

Längst kannte Israel jene „lichte Wolke“, die zeitweise zur Wolkensäule wurde und die das Zeichen der Gegenwart Gottes war. [Lies 2. Mos. 13,21.22; 14,19.20.24.] - Durch unverdiente Güte und durch Wundertaten will der Herr Sich Seinem törichten, unzufriedenen Volk zu erkennen geben. - Ähnlich sagt der Herr so oft durch den Propheten Hesekiel: ,,Ich werde Mich groß und herrlich erweisen und werde Mich an euch kundtun vor den Augen vieler Völker. Und ihr werdet wissen und erkennen, daß Ich der Herr, euer Gott, bin!“ [Vgl. Hes. 5,13; 17,21; 28,26b; 39,22.] - Tatsächlich führte Gott gegen Abend einen großen, dichten Zug von Wachteln herbei, die den ganzen Lagerplatz der Kinder Israel bedeckten. - Noch heute berichten Reisende, daß die Wachteln im Frühling in ungeheuer großen Zügen aus dem Innern Afrikas nach dem Norden ziehen und im Herbst wieder nach Afrika zurückkehren, wobei sie zuweilen so ermattet ankommen, daß man sie mit der Hand greifen kann! (Vgl. 4. Mos. 11,30-34.) - In Psalm 78 hören wir: „Der Herr ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, und geflügeltes Gevögel wie Sand am Meere. und ließ sie fallen in ihr Lager, rings um ihre Wohnungen. Und sie aßen und sättigten sich sehr, und ihr Gelüst führte Er ihnen zu!

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