BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
April 1934

Sonntag, den 22. April 1934


2. Mose 16,4.5

Und das Volk soll hinausgehen und jeden Tag seinen täglichen Bedarf sammeln. Denn Ich will es auf die Probe stellen, ob es in Meinen Geboten wandeln wird oder nicht!“ Jeden Morgen ließ Gott von neuem das Manna vom Himmel fallen. Es war so rein und zart, daß es keine Berührung mit der Erde ertragen konnte. Es fiel auf den Tau herab und mußte vor Sonnenaufgang eingesammelt werden. [Vgl. Vers 13b-21.] - Jeder Israelit mußte also frühe aufstehen, um seine tägliche Nahrung zu suchen. - Der Knecht Gottes, Jesaja, sagt, und wir vernehmen darin gleichzeitig die Stimme eines Größeren: „Gott weckt jeden Morgen, Er weckt mir das Ohr, damit ich höre wie ein Jünger! Ja, der Herr hat mir das Ohr geöffnet, und ich, ich bin nicht widerspenstig gewesen, bin nicht zurückgewichen!“ - An anderer Stelle sagt uns der Herr: „Ich liebe, die Mich lieben; und die Mich frühe suchen, werden Mich finden.Frühe - ehe andere Dinge Zeit gehabt haben, von unserem armen, leicht empfänglichen Herzen Besitz zu nehmen, will Gott zu uns reden - sollen wir das himmlische Manna sammeln. Steigt die Sonne erst hoch am Himmel empor und wir haben immer noch nicht das Wort Gottes in unser Inneres aufgenommen - das Angesicht unseres Gottes im Gebet gesucht, so ist das Manna ,,zerschmolzen“. - Viele von uns fehlen hierin leider sehr. Statt in erster Linie, kommt der Herr Jesus und Sein Wort bei den meisten erst an zweiter oder dritter Stelle! Der stets wachsame Feind gebraucht unsere geistliche Trägheit, um uns den Segen und die Kraft vorzuenthalten, die wir für unseren neuen Menschen in so reichem Maße empfangen würden, wenn wir jeden Morgen zuerst uns sättigen und erfreuen würden an unserem großen Heiland und an Seinem Wort. „Ich werde wandeln in weitem Raume, denn nach Deinen Vorschriften habe ich getrachtet!“ [Lies Ps. 119,80.93.104.111.] - Das neue Leben in dem Glaubenden kann nur erhalten und gestärkt werden durch die himmlische Nahrung, die wir in unserer Bibel finden - durch die heilige und innige Gemeinschaft, die wir mit dem Vater und mit Seinem Sohn Jesus Christus haben dürfen! - Er, unser Erlöser und Hirte, spricht: ,,Gleichwie der lebendige Vater Mich gesandt hat und Ich lebe vom Vater, so wird auch der, welcher Mich ißt, von Mir leben!“ - Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, der vom Himmel herniederkam, um die Kraft und Erquickung Seines Volkes zu sein, ist unaussprechlich köstlich für jede erneuerte Seele. (Lies Kol. 1,1-12.) - Wollen wir uns jedoch so an Ihm erfreuen und in Ihm erstarken, dann müssen wir in der Wüste dieser Welt als solche dastehen und wandeln, die in der Kraft einer vollbrachten Erlösung für Gott abgeschieden und Ihm geweiht sind! Wandle ich in Wahrheit und Lauterkeit voll Vertrauen mit meinem Gott, dann werde ich mit der himmlischen Speise, die Er mir darreicht, nicht nur zufrieden, sondern hochbeglückt sein: „Wie süß sind meinem Gaumen Deine Worte, o Herr - mehr als Honig meinem Munde. .... Wie liebe ich Dein Gesetz, es ist mein Sinnen den ganzen Tag! Die Dich fürchten, Herr, werden mich sehen und sich freuen; denn ich habe auf Dein Wort geharrt!“ - Die Gabe des Manna und die Aufgabe, dasselbe täglich in der Frühe zu sammeln, sollte eine Probe für die Israeliten sein. Gott wollte sehen, ob sie sich nach Seinen Vorschriften richteten oder nicht! Gerade dieser Punkt, das frühe Suchen des Angesichtes Gottes - das frühe, aufmerksame Aufnehmen des Wortes Gottes in unser Herz, bildet eine ernste Probe unseres Gehorsams und unseres Vertrauens Gott gegenüber. Gott schaut auf jeden einzelnen von uns. Er sieht zu, was das Erste ist, das morgens unser Herz und Denken einnimmt - wie wir die erste Stunde unseres Tages zubringen. Große Kraft und Gnade wird auf unserem Leben ruhen, wenn uns die erste Stunde des Tages in der stillen Gegenwart Gottes findet, lauschend auf Seine Stimme, schöpfend aus Seinem Worte, kniend vor Seinem Thron, huldigend vor Seinem Angesicht! (Lies 5. Mos. 8,2.3.)

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