BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Januar 1934

Freitag, den 26. Januar 1934


2. Mose 5,6-21

Kaum hat der Pharao das Wort vom Freiwerdenwollen, vom Ausziehen der Kinder Israel vernommen, so verdoppelt er das Joch, die Last, die Plage! Für seine eigenen Untertanen, die Ägypter, mochte er Interesse und ein Herz haben, aber nicht für das Volk Gottes! Der Herr Jesus sagt: „Wenn ihr zur Welt gehörtet, so würde die Welt euch als die Ihrigen lieben. Da ihr aber nicht zur Welt gehört, sondern Ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum haßt euch die Welt!“ [Lies 1. Joh. 4,4.5.] – Niemals hat ein Kind Gottes seitens der Weltmenschen Verständnis zu erwarten, wenn es sich offen und klar auf die Seite des Evangeliums stellt und mit weltlichen Sünden und Gewohnheiten bricht. Der Gott dieser Welt duldet in seinem Reiche niemals ein klares Zeugnis für den Herrn Jesus. Er haßt diejenigen, welche ein Leben nach der Bibel begonnen haben und will sie vernichten! – Die Israeliten mußten sich nun das Stroh zu ihren Ziegeln selbst auf den abgeernteten Feldern suchen und dabei doch die gleiche Zahl Ziegel liefern wie vorher. (Um die Ziegel haltbarer zu machen, wurde gehacktes Stroh unter den Lehm gemischt. Gebrannt wurden die Ziegel nicht sondern nur an der Sonne getrocknet, wie uns der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet und morgenländische Reisende jetzt noch wahrnehmen!) - Pharao sagte: „Schwer muß die Arbeit auf den Hebräern lasten, daß sie damit zu schaffen haben und nicht achten auf Worte des Trugs!“ – Auch heute stellt der Teufel, der die Menschen unter dem Bann der Welt und der Sünde festhalten will, es so hin, als ob die göttliche Heilsbotschaft und die Aufforderung zu einer klaren Bekehrung Trug und törichte Phantasie sei! Und doch sagt uns Jesus allein die Wahrheit betreffs unserer Sünde und unserer Rettung und betreffs aller Dinge. Er ruft allen Menschen zu: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch Mich!“ – Die israelitischen Vorarbeiter versuchen noch einmal, beim Pharao vorstellig zu werden. Sie beklagen sich über die Grausamkeit und Ungerechtigkeit der Behandlung. Aber Pharao bleibt unerbittlich. Nun wurden Mose und Aaron mit Vorwürfen überhäuft. Die aufs äußerste erregten, eben aus dem Palst Pharaos kommenden Vorarbeiter rufen ihnen zu: „Der Herr strafe euch dafür, daß ihr unseren Ruf bei dem König verdorben habt! Ihr habt ihm ja selbst die Waffe in die Hand gegeben, uns umzubringen!“ – Sieht es nicht oft ähnlich aus im Herzen des erweckten Sünders? Die Erkenntnis seiner großen Schuld vor Gott überwältigt ihn, und dabei fühlt er schwerer denn zuvor, wie der Teufel ihn unter die Sünden knechtet, denen er entfliehen möchte! Da kann es geschehen, daß das unglückliche und doch noch so unzerbrochene Herz in seiner Verbitterung ganz aufgebracht wird gegen diejenigen, die seine Seele zu Jesus zu führen suchen und meint: „In meiner früheren Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit war ich besser daran als jetzt!“ „Ich elender Mensch, wer wir mich retten aus dieser Verfassung?“ – Wie uns Röm. 7,7-24 zeigt, muß es bei dem erwachenden Sünder zu dieser verzweifelten Not kommen. Das furchtbare Kreuzfeuer der Sündenangst und des Schuldbewußtseins, das tiefe Einsehen der eigenen Sündhaftigkeit, Befleckung und Gebundenheit ist notwendig, um alle Herzenshärtigkeit zu schmelzen und den Menschen zu tiefer Zerbrochenheit, Aufrichtigkeit und Reue vor Gott zu bringen!

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