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JAHRGANG 1934
Januar 1934

Dienstag, den 2. Januar 1934


2. Mose 1,1-14

Wir kennen aus dem 1. Buch Mose die Geschichte der Nachkommen Abrahams – die Geschichte Jakobs und Seiner Söhne. Wir wissen von Joseph, den seine Brüder nach Ägypten verkauften und der, auf tiefen Leidenswegen von Gott geläutert, eines Tages der Retter Ägyptens wurde. [Lies 1. Mos. 41,14-44.] – Die siebenjährige Hungersnot, welche Joseph prophezeit hatte, traf auch Kanaan. Jakob sandte seine Söhne nach Ägypten, um Getreide zu holen. So kam es, daß sie ihren Bruder Joseph wiederfanden als den Herrscher von ganz Ägyptenland, und daß Joseph seinen Vater und die ganze Familie nach Ägypten kommen ließ, wo sie sich in dem fruchtbaren Land Gosen niederlassen durften. Siebzig Glieder zählte damals Jakobs Familie. (Vgl. V. 5 mit 1. Mos. 46,27*.) – Gott hatte Abraham eine lange Leidenszeit für seine Nachkommen in Ägypten vorausgesagt. Diese brach herein, als ein neues Pharaonengeschlecht in Ägypten auf den Thron kam, das von Joseph, dem Retter Ägyptens, nichts wußte, sondern die Israeliten als einen bedrohlich anwachsenden Fremdstamm ansah, der eines Tages im Kriegsfall sich zu den Feinden schlagen und für Ägypten gefährlich werden konnte. So kam der neue König dazu, die Israeliten für seine Zwecke auszunützen, zwei große Vorratsstädte durch sie bauen und manche anderen Fronarbeiten durch sie verrichten zu lassen unter hartem Druck. (Nach Untersuchungen neuerer Gelehrter wurden diese beiden großen Vorratsstädte Pithom und Raemses durch die Israeliten im Lande Gosen selbst erbaut. In Raemses sammelten sich die Israeliten bei ihrem Auszug! 1. Moses 47,11; 2. Mos. 12,37.) – In bekannten ägyptologischen Werken wird ein altes Grabgemälde wiedergegeben, das in den Ruinen von Theben aufgefunden worden ist. Auf demselben sieht man Arbeiter, die augenscheinlich nicht Ägypter sind, sondern durchaus jüdische Züge tragen, mit Ziegelstreichen beschäftigt. Zwei Ägypter stehen als Aufseher mit Stöcken dabei! Nicht mehr ein freies Volk waren nun die Nachkommen Abrahams, sondern Versklavte, die schwer und immer schwerer zu leiden hatten. Dabei fehlte ihnen Trost und Licht von oben, denn die Erkenntnis und Gemeinschaft, welche einen Jakob, einen Joseph so nahe mit Gott verbunden hatten, waren ihren Nachkommen verloren gegangen. In den ägyptischen Götzendienst waren diese ganz verstrickt. (Lies Hes. 20,5-10.) – Hatten sie ihres Gottes vergessen, Gott gedachte ihrer um Abrahams willen – Trotz aller Unterdrückung mehrten sich die Israeliten auch weiterhin ''in auffallender Weise. Ein von Gott gesegnetes Volk zeichnet sich stets durch guten Familiensinn und durch Kindersegen aus. Wir wollen Gott danken, wenn unser deutsches Volk aus seinen schweren Verirrungen in dieser Hinsicht wieder zu gesunden, gottgewollten Begriffen zurückkehrt. (Lies Ps. 127,3-5.) – Die Kinder Gottes müssen natürlich hierin vorangehen, denn die Seuche ungöttlicher Begriffe und sündiger Handlungen auf diesem Gebiet beherrscht allgemein auch die Kreise der Gläubigen, gesegnete Ausnahmen abgerechnet!

* Nach der alexandrinischen Übersetzung waren es 75 Seelen. (Vgl. Apgesch. 7,14.) Es werden dort nämlich noch hinzugezählt ein Sohn und ein Enkel des Manasse und zwei Söhne und ein Enkel des Ephraim.- Die alexandrinische Übersetzung, die sogenannte Septuaginta, ist eine Übertragung des Alten Testaments aus dem hebräischen Urtext in das Griechische, die damalige Weltsprache. Der ägyptische König Ptolemäus II Philadelphus (287-247 v. Chr.), welcher großes Interesse für Wissenschaften hatte, gründete in der neuerbauten Stadt Alexandria eine Universität. An diese berief er 72 jüdische Schriftgelehrte, um eine Übersetzung ihres Alten Testamentes ins Griechische zu fertigen. Dieselbe verbreitete sich dann außerordentlich schnell in der ganzen damals bekannten Welt. Es war, wie wenn alles hungerte nach einer göttlichen Offenbarung, und die Welt wurde auf solche Weise vorbereitet auf das Erscheinen des göttlichen Heilandes – auf die Erlösung, welche Er für alle Menschen brachte!''

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