BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Jahrgänge -- 1926 -- 20. Februar 1926
Diese BLZ Andacht: -- IM ORIGINAL -- Erweitert?

Voriger Tag? -- Nächster Tag

JAHRGANG 1926
Februar 1926

Sonnabend, den 20. Februar 1926


Maleachi 1,1.2; 5. Mose 7,6-8; 10,14.15

Maleachi (d. h. „Mein Bote“) oder Malachja („Bote des Herrn“), wie die griechische Übersetzung des Alten Testamentes (die „Septuaginta“) ihn nennt, hat wohl während der zweiten Anwesenheit Nehemias in Jerusalem (vgl. Neh. 13,6.7) geweissagt - also um 433 v. Chr. Er rügt dieselben Mißbräuche, welche letzterer bei seiner zweiten Ankunft in Jerusalem vorfand und zu beseitigen trachtete. So unterstützte Maleachi mit seiner prophetischen Wirksamkeit die regentschaftliche Nehemias - ähnlich wie Sacharja und Haggai die Tätigkeit des Statthalters Serubbabel unterstützten. - Gott hatte ja von neuem Seinen Tempel in Juda errichtet, wie uns die Bücher Esra und Nehemia zeigen, und dem Volke Seine unwandelbare Liebe erzeigt! (Mal. 1,2.) Aber Er muß die Schlaffheit und Veräußerlichung des Gottesdienstes rügen, sowie die Gleichgültigkeit des Volkes gegen Seine Gebote (Kap. 1) und die Pflichtvergessenheit der Priester, die ihre hohe Berufung mißachten. (Kap. 2,1-9.) - Der Prophet wendet sich gegen die Mischehen mit Heidinnen und die damit zusammenhängende Verstoßung rechtmäßiger israelitischer Gattinnen. (Kap. 2,10-16.) Er kündigt den großen Tag der Wiederkunft des Herrn und das Gericht an und fordert das untreue Volk noch zur Buße und Umkehr auf! (Kap. 2,17 - 3,7.) Zur treuen Beibringung der Abgaben für den Tempeldienst wird aufgefordert, worauf wunderbarer Segen und große Wohlfahrt folgen soll. (Kap. 3,7-12.) Das Volk glaubt dies aber nicht (Kap. 3,13-15); nur eine kleine Schar Gottesfürchtiger tut sich zusammen, um den Herrn durch Gehorsam und Glauben zu ehren, und diese wird der Herr auch wunderbar ehren am kommenden Tage der Herrlichkeit! (Kap. 3,16-18.) - Kap. 4 kündigt nochmals diesen heute noch zukünftigen Tag Jehovas an - Vernichtung für die Gesetzlosen - Heil und Herrlichkeit für die Gerechten. Bis dieser große Tag kommt, vorbereitet durch einen zweiten Elias, soll Israel sich an das Gesetz halten, das Gott einst durch Mose, Seinen Knecht, gab, und das durch den treuen Priester Esra dem Volke von neuem bekannt und wichtig gemacht worden war! - Maleachi, der letzte Prophet des Alten Bundes, bildet die naturgemäße Brücke zum Vorläufer des Messias (Johannes des Täufers) und zum Kommen des Messias Selbst in Niedrigkeit.

Gott beginnt diese ernste Botschaft an Israel mit der Erklärung Seiner Liebe: „Ich habe euch geliebt!“ läßt Er ihnen sagen. (Lies Jer. 31,3.) Strahlt uns hier nicht Gottes ganzes Herz und Wesen entgegen - so wie wir Ihn in unserem Herrn Jesus kennen? „Gott ist Liebe“ und hat sich als solche erwiesen gegen uns, nachdem wir in Sünde gefallen waren. Ja, wenn wir zum Volke Gottes gehören, dann dürfen wir wie Israel auf eine ewige Gnadenerwählung zurückblicken: „Er hat uns auserwählt in Christo vor Grundlegung der Welt ... und uns zuvorbestimmt zur Kindschaft durch Jesum Christum für Sich Selbst nach dem Wohlgefallen Seines Willens!“ (Vgl. 1. Petr. 2,9.10.) - Wie wenig aber wertete Israel in den Tagen Maleachis diese wunderbare Liebe Gottes! Kaltherzig und undankbar erwidern sie: „Worin hast du uns geliebt?“ - Ist das Menschenherz nicht heute genau dasselbe? Wenn ihm die Botschaft von der großen Liebe Gottes gebracht wird, dann weist es hin auf all das durch Sünde verschuldete Elend und sagt: „Soll das etwa Liebe von Gott sein?“ Oder es fragt Gott: „Was gibst Du mir?“ (1. Mos. 15,1.2.) - In seiner Verblendung übersieht und übergeht der Mensch all seine eigenen Missetaten und Verkehrtheiten und klagt Gott der Härte und Ungerechtigkeit an, wie jener untreue Knecht. (Matth. 25,24.25.) Wer die eigene Schuld und Sünde nicht sehen will, der bleibt blind für die Liebe Gottes, die den eingeborenen Sohn opferte, um unsere Missetaten zu sühnen! Nur durch Sünden- und Selbsterkenntnis gelangen wir zur freudigen Heilserkenntnis - zum Glauben und Erkennen der wunderbaren und so mächtig uns erwiesenen Liebe Gottes. (Lies 1. Joh. 4,16; Jes. 64,4.5a.) - Ja, Gottes Liebe steht am Anfang all Seiner Beziehungen zu den Menschen; von Ewigkeit her „war Seine Wonne bei den Menschenkindern“. Und diese Liebe hält stand und läßt sich nicht erbittern.

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 29.06.2019 10:19 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)