BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1924
August 1924

Sonnabend, den 9. August 1924


Sacharja 9,16.17; Jeremia 23,3-8; Hesekiel 34,11-31

Im Tausendjährigen Reiche wird das bekehrte Israel insbesondere das Vorrecht genießen, die Herde des Herrn zu sein: „Denn Er ist unser Gott und wir sind das Volk Seiner Weide und die Herde Seiner Hand“. (Ps. 95,7.) In der Jetztzeit ist die erlöste Gemeinde die Herde des Herrn und jede wahrhaft wiedergeborene Seele kann freudig rühmen: „Der Herr ist mein Hirte!“ - Und wie teuer ist Ihm Sein Volk - jedes einzelne Glied desselben! „Denn Kronensteine sind sie, funkelnd auf Seinem Lande.“ Wie man Edelsteine auf ein dunkles Sammetkissen legt, damit ihr Glanz um so mehr hervortrete, so hat der Herr Seine heilige Freude an Seinen Geliebten, wenn sie in der dunklen Welt und in der schwierigen Alltagsumgebung, bekämpft von den Mächten der Finsternis, für Ihn leuchten und Seine Tugenden ausstrahlen: Selbstlose, barmherzige, heilige Liebe, Lauterkeit und Wahrhaftigkeit, Demut und Sanftmut, Glauben und Reinheit! - Bist du ein solcher Edelstein, der für Jesus funkelt und leuchtet in dunkler Umgebung - in deinem Bureau, in deiner Familie, in deiner schwierigen Stellung, in deinem Krankenzimmer, bei mürrischen oder heftigen Vorgesetzten, unter leichtfertigen, unreinen Arbeitsgenossen oder auch unter Brüdern und Schwestern im Herrn, wo es gilt, zu tragen, zu lieben und demütig zu sein? Könnte der Apostel Paulus dir und mir schreiben, wie er den philippischen Christen schrieb: „Meine geliebten und ersehnten Geschwister - meine Freude und Krone!“? [Das Kapitel Römer 16 ist auch solch ein Land, besäet mit funkelnden Kronensteinen des Herrn; jeder wieder besondere Herrlichkeit ausstrahlend!] Mich. 5,3; 7,14-17.

Denken wir an die heilige Stadt, an das himmlische Jerusalem, das unser aller Mutter und Heimat ist - auf dessen goldenen Straßen unsere Füße bald wandeln sollen. Der Bau ihrer Mauer ist leuchtender Jaspisstein, und die Grundlagen der Mauer sind mit allen kostbaren Edelsteinen geschmückt, jeder wieder in anderem Glanze! [Offb. 21,18-27.] Wenn der Herr Jesus bald in Herrlichkeit mit uns erscheint vor aller Welt, dann will Er verherrlicht werden in uns, Seinen Heiligen, und bewundert in allen, die geglaubt haben. [2. Thess. 1,10.] Du wirst nur dann etwas von Seiner Herrlichkeit ausstrahlen, wenn du hier schon in deinem Wandel „die Tugenden Dessen verkündigst, welcher dich berufen hat aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht“: „Diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christo Jesu war!“ (Lies Matth. 5,14-16.48.) - Der Prophet, die bekehrten Israeliten der Zukunft im Geiste schauend als „funkelnde Kronensteine“ für Gott, ruft aus: „Wie groß ist Israels Anmut und wie groß seine Schönheit!“ Das erinnert uns lebhaft an einen Ausruf des Propheten Bileam, welcher von dem heidnischen König Balak gedungen worden war, um Geld und Lohn das Volk Gottes zu verfluchen - der aber durch die Macht des Geistes Gottes gezwungen wurde, die herrlichsten Segnungen über das erlöste Volk auszusprechen. Er muß sagen: „Siehe, zu segnen habe ich von Gott empfangen: Er hat gesegnet und ich kann es nicht wenden! Er erblickt keine Ungerechtigkeit in Jakob und sieht kein Unrecht in Israel! Auch gibt es keine Zauberei wider Jakob und keine Wahrsagerei wider Israel! … Wie schön sind deine Zelte, Jakob - deine Wohnungen, Israel! Gleich Tälern breiten sie sich aus, gleich Gärten am Strome - gleich Aloebäumen, die der Herr gepflanzt hat, gleich Zedern am Gewässer!“ - Werden wir hier nicht erinnert an den Ausruf des himmlischen Bräutigams, den die geheiligte Seele in tiefer Demut und Wonne vernehmen darf: „Du bist schön, meine Freundin - siehe, du bist schön!“? O daß wir genug die verborgene Heiligkeit und Weihe vor dem Herrn liebten, um auch dieses Sein Wohlgefallen zu erlangen und im Genuß Seiner heiligen Liebe zu stehen. Welch tiefen Frieden, welch wunderbare Kraft verleiht dies unserer Seele inmitten aller Kämpfe und Leiden! - Das Schlußwort (V. 17b) deutet hin auf die üppige Fruchtbarkeit des Landes Kanaan im Tausendjährigen Reiche und auf die jugendliche Schönheit und Kraft, die das Volk Israel dann kennzeichnen wird.

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