BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Jahrgänge -- 1922 -- 14. Dezember 1922
Diese BLZ Andacht: -- IM ORIGINAL -- Erweitert?

Voriger Tag -- Nächster Tag

JAHRGANG 1922
Dezember 1922

Donnerstag, den 14. Dezember 1922


Sacharja 1,12

Schon darin, daß „der Engel Jehovas“, durch welchen Gott Sein Volk vor alters geleitet, es in das Land der Verheißung geführt und alle seine Feinde vor Ihm geschlagen hatte, nun wieder erscheint, lag eine Quelle des Trostes für die verzagten Gläubigen in Sacharjas Tagen. Sein Erscheinen war ein Zeichen, daß der Herr Sein Volk nicht gänzlich verlassen habe. Und vollends mußte des Engels dringliche Fürbitte für Jerusalem jeden Zweifel an der Erfüllung der göttlichen Zusagen beseitigen. - Die durch Jeremia (Kap. 25,8-14; 29,10-14) geweissagten siebenzig Jahre der Gefangenschaft waren ja eigentlich schon vorüber; sie waren im ersten Jahre des großen Perserkönigs Cyrus abgelaufen und in jenem Jahre hatte Gott tatsächlich durch den Befehl des Cyrus die Juden nach Jerusalem zurückgebracht. (Im Jahre 536 v. Chr.; vgl. 2. Chron. 36,22.23; Esra 1,1-11.) Doch da auch jetzt, 16 Jahre später, der Tempel noch nicht vollendet war und die Juden sich immer noch in großer Armut und Unterdrückung seitens der Weltmacht befanden, so konnte es wohl den Anschein gewinnen, als sollte das Elend der Verbannungszeit kein Ende nehmen.

Ein Blick auf die Trümmer der königlichen Stadt Jerusalem und ihrer Tochterstädte sagte den trauernden Herzen genug. Von Macht, Selbständigkeit und Herrlichkeit war Israel weit entfernt! Wie gut verstehen wir deshalb die flehentliche Frage des Engels: „Herr, wie lange noch?“ - Daß der Herr einmal Seine Verheißung wahrmachen und Sich Jerusalems erbarmen, ja, es noch herrlich machen würde auf Erden, daran hielt der Glaube fest. Aber wann würde die Hilfe erscheinen, die Segnung und die Herrlichkeit anbrechen? Hatte Jehova nicht schon vor mehr als 200 Jahren durch den großen Propheten Jesaja gesprochen: „Einen kleinen Augenblick habe Ich dich verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will Ich dich sammeln! Im Augenblick des Zornes habe Ich Mein Angesicht ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will Ich Mich deiner erbarmen!“? War der „kleine Augenblick“ des Zürnens Gottes immer noch nicht vorüber?

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 27.06.2019 08:46 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)