BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1922
September 1922

Sonnabend, den 9. September 1922


Haggai 2,1-4

Etwa vier Wochen hatten die Juden eifrig gebaut; da trat Haggai mit einer neuen Botschaft unter sie. Mit derselben kam Gott den Gefühlen und Gedanken zuvor, welche durch die Armut und Unansehnlichkeit des jetzigen Tempelbaus (gegenüber der Herrlichkeit des salomonischen) in gottesfürchtigen Herzen geweckt werden mußten. Schon bei der Grundlegung, sechzehn Jahre zuvor, hören wir: „Viele aber von den Priestern und Leviten und den Häuptern der Väter, den Alten, welche das erste Haus gesehen hatten, weinten mit lauter Stimme, als vor ihren Augen der Grund zu diesem Hause gelegt wurde; andere aber erhoben ihre Stimme mit freudigem Jauchzen“. (Esr. 3,12.) - Doch trotz der verhältnismäßigen Armut und Niedrigkeit des jetzigen Werkes achtete Gott dasselbe hoch und teuer und blickte mit Wohlgefallen auf die fleißigen Hände und hingegebenen Herzen. Mochte ihre Arbeit auch in ihren eigenen Augen wie nichts sein - in Seinen Augen war dieselbe köstlich! Und jedem für sich, sowohl dem Statthalter wie dem Hohenpriester als auch dem Volke ruft der liebende Herr zu: „Sei stark! Sei stark!“ - Lautere, Gott hingegebene Herzen bedürfen immer neu der Ermutigung und Stärkung und unser barmherziger Herr läßt sie ihnen auch reichlich zukommen. Sie fühlen ihr eigenes Nichts, ihre Unzulänglichkeit und die Schwachheit ihrer Bemühungen. Gottes Auge aber ruht mit Anerkennung auf ihnen und Sein Wort ruft ihnen unzählige Verheißungen voll Kraft und Segens ins Herz. „Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht (oder Entmutigung) gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit!“ (2. Tim. 1,7; vgl. 2. Chron. 14,8 - 15,15; 32,1-8.)

Der „21. Tag des siebenten Monats“, an welchem Haggai dem Volke die heute betrachtete Botschaft brachte, war der siebente Tag der Laubhüttenfeier - des großen Schlußernte- und Freudenfestes, welches Israel in glücklichen Zeiten mit so großem Jubel gefeiert. (Vgl. 3. Mos. 23,37-43.) Nach der kärglichen Ernte dieser letzten Jahre (Hagg. 1,6.9-11) wird das diesmalige Laubhüttenfest sich nicht sehr freudereich und ermutigend gestaltet haben - und die in früheren Segenszeiten so reichlichen Opfermahle der Feiernden werden kärglich genug ausgefallen sein. Da verstehen wir es nun um so mehr, daß der Herr so tröstlich und stärkend zu Seinem gedemütigten Volke redete!

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