BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1919
Oktober 1919

Sonnabend, den 18. Oktober 1919


Jona 3,10b

„Und Gott ließ Sich des Übels gereuen, wovon Er geredet hatte, daß Er es ihnen tun wolle, und tat es nicht!“ O dieses „Gereuen“ Gottes, wenn der Mensch aufrichtig Buße tut - es läßt uns in Gottes innerstes Herz blicken und zeigt uns, daß Er „kein Gefallen hat am Tode des Gesetzlosen, sondern daß der Gesetzlose von seinem Wege umkehre und lebe!“ (Hes. 33,11; lies auch Jer. 18,7-10!) Deshalb wird allen Sündern zugerufen: „Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott; denn Er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und reuet Ihn bald der Strafe!“ (Joel 2,13.) Pharisäerherzen mögen fragen: „Ja, wie verträgt sich denn das mit Gottes Vollkommenheit, daß Er erst über einen Menschen oder ein Volk Gericht beschließt und hernach, wenn Er Buße sieht, Seinen Beschluß abändert und jenen Menschen, jenes Volk begnadigt? Wie kann Er erst etwas sagen und es dann doch nicht tun?“ - Wer an dieser Frage stehen bleibt oder gar strauchelt, dem ist nicht zu helfen! Warum? Weil es ihm eben gänzlich an der Erkenntnis der eigenen Sünde wie auch an irgendwelchem Verständnis der Gnade und Liebe Gottes fehlt! Gott ist die Liebe, Er haßt die Sünde, aber Er liebt den Sünder. Sobald derselbe sich in Buße von seiner Sünde trennt, dann ist es Gottes höchste Freude, ihn begnadigen zu können!

Es ist sehr beachtenswert, daß die höchste Blütezeit des Assyrischen Reiches, seine Ausdehnung zum Weltreich, auf diese durch Jonas Predigt hervorgerufene Buße und Umkehr Ninives zu Gott folgte! Jona lebte um 800 v. Chr. Unter Tiglath-Pileser II. (745-727) wurde Assyrien Weltreich. Erst mit dem Tode Assurbanipals (625) begann später der Niedergang des Reiches, indem es unter den Angriffen der Meder und den Raubzügen der Skythen zu leiden hatte. Im Jahr 606 v. Chr. - also etwa 200 Jahre nach Jonas Predigt - erlag das inzwischen sittlich wieder tief gesunkene Ninive einem erneuten Angriff der Meder und Babylonier, die durch eine Öffnung der Stadtmauer drangen, welche die Fluten des Tigris gerissen hatten. Nun wurde Ninive so gründlich zerstört, daß man jahrhundertelang nicht mehr wußte, wo die Stadt gestanden hatte. Die Weissagung des Propheten Nahum (Kap. 3) wurde an ihr erfüllt, ebenso Zephanjas Wort (Kap. 2,13-15).

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