BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1918
Mai 1918

Pfingstmontag, den 20. Mai 1918


Joel 2,28.29 (Luther 3,1.2)

Als Kinder Gottes und Glieder der Gemeinde Jesu Christi tun wir gut, uns einmal in die Kapitel 1. Kor. 12 - 14 zu versenken, um die wunderbaren Gaben, Offenbarungen und Wirkungen des Heiligen Geistes, wie sie gerade der Gemeinde verliehen sind, kennen zu lernen und nach ihnen zu streben. Vor allem wird uns dort die Gabe der Weissagung als wichtig und begehrenswert vor Augen gestellt, weil sie am wesentlichsten zur Hilfe und Erbauung der Mitgläubigen dient. Es wird uns erklärt: „Wer weissagt, redet den Menschen zur Erbauung und Ermahnung und Tröstung.“ (1. Kor. 14,3.) Die Weissagung besteht also durchaus nicht in erster Linie im Voraussagen der Zukunft (was wir ja auch im Leben der alttestamentlichen Propheten beobachten können), sondern vor allem in der praktischen Darbietung und Anwendung des Wortes Gottes auf den Herzenszustand und Wandel der Kinder Gottes, indem man danach trachtet, sie in der Gnade und Gemeinschaft Gottes zu fördern und zu befestigen.*) Von „Gesichten“ und „Träumen“ redet der Apostel zu den Christen nicht, weil diese als Mittel der göttlichen Mitteilug für die jetzige Zeit ganz zurückgestellt sind. Wir besitzen seit den Tagen der Apostel das Wort Gottes vollendet, und der Heilige Geist bedient sich dieser göttlich lauteren und unerschöpflichen Quelle, um die Gemeinde Jesu Christi mit all den wunderbaren Segnungen in Verbindung zu bringen, die ihr in ihrem erhöhten Herrn und Haupt geschenkt sind. O, daß wir alle den Heiligen Geist in uns ungehemmt wirken ließen!

*) Wir sehen im Alten wie im Neuen Testament, daß auch Frauen die Gabe der Weissagung verliehen wird. (1. Kor. 11,5; Apg. 21,9; vgl. Luk. 2,36-38; 2. Mos. 15,20.21; Richt. 4 u. 5; 2. Kön. 22,14-20.) Doch in den Zusammenkünften der Gemeinde als solcher sollen sie schweigen. Hier sollen die Männer, die Brüder reden, dienen und heilige Hände zum Gebet aufheben. (1. Kor. 14,34-40; 1. Tim. 2,8-15.) Im Kreise der Schwestern dagegen, d. h. der gläubigen Frauen und Mädchen, sollen die Älteren den Jüngeren „Lehrerinnen des Guten“ sein in Wort und Vorbild. Hier sollen die geistlichen Gaben, die der Herr den Einzelnen gegeben hat, zum Segen aller ausgeübt werden. Auch im häuslichen wie im Freundschaftskreise ist es der gläubigen Frau und Jungfrau erlaubt und geschenkt, an ihrem Teil und in ihrer Weise mitzuhelfen und zu dienen mit dem, was ihr der Herr verliehen hat an geistlicher Gabe. (Vgl. z. B. Apg. 18,24-26.)

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