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JAHRGANG 1917
Dezember 1917

Mittwoch, den 19. Dezember 1917


Hosea 12,2.3

Die Heuchelei und Ungerechtigkeit Israels nennt der Prophet ein Trachten nach Wind, ja, ein Jagen nach dem Ostwind, und will damit nicht nur ein eitles, fruchtloses, sondern ein verderbliches Treiben bezeichnen.*) Wer bei seiner Frömmigkeit nicht im innersten Herzen wahr und lauter ist, wer den Dienst Gottes mit dem Dienst der Sünde und der Ungerechtigkeit verbindet, der trachtet nach seinem eigenen Verderben, der schädigt aufs schwerste die eigene Seele! Hat ein Gläubiger sich einmal auf solche innere Unwahrhaftigkeit eingelassen, so wird er immer mehr in Finsternis geraten, immer unwahrer und verkehrter werden. - Israel mehrte täglich seine Lüge und Gewalttat gegen Jehova und Seine Gebote. (Vergl. Kap. 4,1.2.) Sein Bündnis und seine Freundschaft mit den heidnischen Mächten war ein gänzliches Verlassen der heiligen Berufung und Stellung, in welche es als das Volk des lebendigen Gottes ursprünglich gesetzt worden war! - Kinder Gottes, die nicht mehr treu und innerlich wahr gegen ihren Gott sind, stellen sich bald auf gleichen Boden mit der Welt und verbinden sich mit Personen oder Dingen, von denen sie gänzlich geschieden sein sollten! (Vergl. Eph. 5,11.12; 1. Tim. 6,9-11; Jak. 4,1-4; 1. Petri 2,11.12; 1. Joh. 2,15-17.) - Im Reiche Juda war das Sündenverderben noch nicht so weit fortgeschritten wie in Israel. Aber auch gegen Juda hatte Gott schon vieles einzuwenden; und die Heimsuchung beider Völker im Gericht sollte nicht ausbleiben! - Gott wägt die Handlungen der einzelnen Menschen wie der Völker auf Seiner untrüglichen Wage, und Er wird „einem jeglichen vergelten, wie seine Werke sein werden“. - Wie furchtbar wird das einmal sein, wenn die Menschen im Gericht Gottes verstummen müssen - wenn sie keinerlei Einwendung oder Entschuldigung gegen ihre Bestrafung erheben können, weil jeder Einzelne mit entsetzlicher Deutlichkeit erkennen wird: Meine Strafe ist die gerechte und genaue Vergeltung meiner Sünde - ich empfange, was meine Taten wert sind! Ja, es wird einmal jedes Gewissen der Menschen Gott recht geben, jedes Knie sich Ihm beugen müssen - auch im Gericht, in der Verdammnis! Wohl allen, deren Sünde Jesus getragen und getilgt hat!

*) Der Ostwind ist in Palästina ein heißer Glutwind, welcher, aus der arabischen Wüste kommend, Sand und Staub mit sich bringt und den Saaten und Pflanzen verderblich wird.

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