BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1916
August 1916

Mittwoch, den 16. August 1916


3. Mose 14,1-3

Wir lasen schon früher, daß der Aussätzige gerade dann, wenn die entsetzliche Krankheit ihn völlig bedeckte und keine heile Stelle mehr an ihm war, von Gott für rein erklärt wurde. (Kap. 13,12-13.) Hier sehen wir, daß Gott in Seiner wunderbaren Barmherzigkeit mit der Reinerklärung die sofortige, tatsächliche Heilung verband: ,,Siehe, das Übel des Aussatzes ist heil geworden an dem Aussätzigen!“ — Der Priester, welcher dem Aussätzigen an einen Platz außerhalb des Lagers entgegenkam und ihn zunächst vollständig mit Aussatz bedeckt fand, nach Gottes Anordnung aber ihn für rein erklärte, durfte dann auch schauen, wie Gott den Aussatz in einem Augenblick wunderbar heilte, so daß der bisher so Beklagenswerte nun wie eine neue Schöpfung vor ihm stand. (Vergl. 2. Kön. 5,1-14.) — Ist es nicht auch heute so, daß Gott einem Menschen, welcher sich in auf- richtiger Buße zu Ihm bekehrt, seinen Glauben als Gerechtigkeit zurechnet, zugleich aber tatsächlich seine Seele heilt und erneuert, so daß er nun auch in praktischer Gerechtigkeit, in „Neuheit des Lebens“ zu wandeln vermag zum Preise Gottes? „Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen — siehe, alles ist neu geworden!“ (2. Kor. 5,17.) — Die Bekehrung eines Menschen ist stets auch zugleich seine geistliche Wiedergeburt, so daß er nicht nur Annahme und Rechtfertigung bei Gott durch den Glauben an Christum erlangt hat, sondern zugleich auch die Kraft zu einem neuen Leben, ja, das neue Leben selbst! Jesus wohnt nun durch den Glauben in seinem Herzen und will jetzt auch leuchten aus seinem Wandel, aus seiner Gesinnung!*

* Wir wissen wohl, daß die Bekehrung erst der Anfang des neuen Lebens ist und daß dieses Leben unter der Pflege und Erziehung Gottes erst zur Entfaltung und Ausgestaltung kommen muß. Trotzdem aber bleibt es wahr, was das Wort Gottes uns überall zeigt, daß jede echte Bekehrung sich sogleich in einer gründlichen Umwandlung des Lebens und der Gesinnung und in den Kennzeichen des wahren Christentums beweisen wird. Die Macht und Herrschaft der Sünde über den Erretteten ist gebrochen — mag sie auch hier und da noch versuchen, ihre ungerechten Ansprüche an ihn geltend zu machen; er darf und soll sich nunmehr betrachten und bewegen als ein Befreiter Jesu Christi. „Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht Sein!“

Wo die Umgebung hiervon nichts wahrnehmen kann, da muß man zweifelhaft werden, ob wirklich ein göttliches Werk an der Seele geschehen ist!

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