BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 001 (Die Nachkommen Israels wachsen zum Volk und der Pharao bedrückt sie)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
A. Die NOT Israels in Ägypten (2. Mose 1-6)

1. Die Nachkommen Israels wachsen zum Volk und der Pharao bedrückt sie mit Zwangsarbeit (2. Mose 1,1-14)


2. MOSE 1,1-14

1 Dies sind die Namen der Kinder Israel, die mit Jakob nach Ägypten kamen; ein jeglicher kam mit seinem Hause hinein: 2 Ruben, Simeon, Levi, Juda, 3 Isaschar, Sebulon, Benjamin, 4 Dan, Naphthali, Gad, Asser. 5 Und aller Seelen, die aus den Lenden Jakobs gekommen waren, deren waren siebzig. Joseph aber war zuvor in Ägypten. 6 Da nun Joseph gestorben war und alle seine Brüder und alle, die zu der Zeit gelebt hatten, 7 wuchsen die Kinder Israel und zeugten Kinder und mehrten sich und wurden sehr viel, daß ihrer das Land voll ward. 8 Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wußte nichts von Joseph 9 und sprach zu seinem Volk: Siehe, des Volks der Kinder Israel ist viel und mehr als wir. 10 Wohlan, wir wollen sie mit List dämpfen, daß ihrer nicht so viel werden. Denn wo sich ein Krieg erhöbe, möchten sie sich auch zu unsern Feinden schlagen und wider uns streiten und zum Lande ausziehen. 11 Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit schweren Diensten drücken sollten; denn man baute dem Pharao die Städte Pithon und Raemses zu Vorratshäusern. 12 Aber je mehr sie das Volk drückten, je mehr es sich mehrte und ausbreitete. Und sie hielten die Kinder Israel wie einen Greuel. 13 Und die Ägypter zwangen die Kinder Israel zum Dienst mit Unbarmherzigkeit 14 und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in Ton und Ziegeln und mit allerlei Frönen auf dem Felde und mit allerlei Arbeit, die sie ihnen auflegten mit Unbarmherzigkeit.

Wir kennen aus dem 1. Buch Mose die Geschichte der Nachkommen Abrahams – die Geschichte Jakobs und Seiner Söhne. Wir wissen von Joseph, den seine Brüder nach Ägypten verkauften und der, auf tiefen Leidenswegen von Gott geläutert, eines Tages der Retter Ägyptens wurde. [Lies 1. Mos. 41,14-44.]

1. Mose 41,14-44 -- 14 Da sandte Pharao hin und ließ Joseph rufen; und sie ließen ihn eilend aus dem Gefängnis. Und er ließ sich scheren und zog andere Kleider an und kam hinein zu Pharao. 15 Da sprach Pharao zu ihm: Mir hat ein Traum geträumt, und ist niemand, der ihn deuten kann; ich habe aber gehört von dir sagen, wenn du einen Traum hörst, so kannst du ihn deuten. 16 Joseph antwortete Pharao und sprach: Das steht bei mir nicht; Gott wird doch Pharao Gutes weissagen. 17 Pharao sprach zu Joseph: Mir träumte ich stand am Ufer bei dem Wasser 18 und sah aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase. 19 Und nach ihnen sah ich andere sieben, dürre, sehr häßliche und magere Kühe heraussteigen. Ich habe in ganz Ägyptenland nicht so häßliche gesehen. 20 Und die sieben mageren und häßlichen Kühe fraßen auf die sieben ersten, fetten Kühe. 21 Und da sie sie hineingefressen hatten, merkte man's nicht an ihnen, daß sie die gefressen hatten, und waren häßlich gleich wie vorhin. Da wachte ich auf. 22 Und ich sah abermals in einen Traum sieben Ähren auf einem Halm wachsen, voll und dick. 23 Darnach gingen auf sieben dürre Ähren, dünn und versengt. 24 Und die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren. Und ich habe es den Wahrsagern gesagt; aber die können's mir nicht deuten. 25 Joseph antwortete Pharao: Beide Träume Pharaos sind einerlei. Gott verkündigt Pharao, was er vorhat. 26 Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren sind auch die sieben Jahre. Es ist einerlei Traum. 27 Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen sind, das sind sieben Jahre; und die sieben mageren und versengten Ähren sind sieben Jahre teure Zeit. 28 Das ist nun, wie ich gesagt habe zu Pharao, daß Gott Pharao zeigt, was er vorhat. 29 Siehe, sieben reiche Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland. 30 Und nach denselben werden sieben Jahre teure Zeit kommen, daß man vergessen wird aller solcher Fülle in Ägyptenland; und die teure Zeit wird das Land verzehren, 31 daß man nichts wissen wird von der Fülle im Lande vor der teuren Zeit, die hernach kommt; denn sie wird sehr schwer sein. 32 Daß aber dem Pharao zum andernmal geträumt hat, bedeutet, daß solches Gott gewiß und eilend tun wird. 33 Nun sehe Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er über Ägyptenland setze, 34 und schaffe, daß er Amtleute verordne im Lande und nehme den Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren 35 und sammle alle Speise der guten Jahre, die kommen werden, daß sie Getreide aufschütten in Pharaos Kornhäuser zum Vorrat in den Städten und es verwahren, 36 auf daß man Speise verordnet finde dem Lande in den sieben teuren Jahren, die über Ägyptenland kommen werden, daß nicht das Land vor Hunger verderbe. 37 Die Rede gefiel Pharao und allen seinen Knechten wohl. 38 Und Pharao sprach zu seinen Knechten: Wie könnten wir einen solchen Mann finden, in dem der Geist Gottes sei? 39 Und sprach zu Joseph: Weil dir Gott solches alles hat kundgetan, ist keiner so verständig und weise wie du. 40 Du sollst über mein Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk gehorsam sein; allein um den königlichen Stuhl will ich höher sein als du. 41 Und weiter sprach Pharao zu Joseph: Siehe, ich habe dich über ganz Ägyptenland gesetzt. 42 Und er tat seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Joseph an seine Hand und kleidete ihn mit köstlicher Leinwand und hing eine goldene Kette an seinen Hals 43 und ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren und ließ vor ihm ausrufen: Der ist des Landes Vater! und setzte ihn über ganz Ägyptenland. 44 Und Pharao sprach zu Joseph: Ich bin Pharao; ohne deinen Willen soll niemand seine Hand und Fuß regen in ganz Ägyptenland.

Die siebenjährige Hungersnot, welche Joseph prophezeit hatte, traf auch Kanaan. Jakob sandte seine Söhne nach Ägypten, um Getreide zu holen. So kam es, daß sie ihren Bruder Joseph wiederfanden als den Herrscher von ganz Ägyptenland, und daß Joseph seinen Vater und die ganze Familie nach Ägypten kommen ließ, wo sie sich in dem fruchtbaren Land Gosen niederlassen durften. Siebzig Glieder zählte damals Jakobs Familie. (Vgl. V. 5 mit 1. Mos. 46,27*.)

1. Mose 46,27 -- 27 Und die Kinder Josephs, die in Ägypten geboren sind, waren zwei Seelen, also daß alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig.

Gott hatte Abraham eine lange Leidenszeit für seine Nachkommen in Ägypten vorausgesagt. Diese brach herein, als ein neues Pharaonengeschlecht in Ägypten auf den Thron kam, das von Joseph, dem Retter Ägyptens, nichts wußte, sondern die Israeliten als einen bedrohlich anwachsenden Fremdstamm ansah, der eines Tages im Kriegsfall sich zu den Feinden schlagen und für Ägypten gefährlich werden konnte. So kam der neue König dazu, die Israeliten für seine Zwecke auszunützen, zwei große Vorratsstädte durch sie bauen und manche anderen Fronarbeiten durch sie verrichten zu lassen unter hartem Druck. (Nach Untersuchungen neuerer Gelehrter wurden diese beiden großen Vorratsstädte Pithom und Raemses durch die Israeliten im Lande Gosen selbst erbaut. In Raemses sammelten sich die Israeliten bei ihrem Auszug! 1. Moses 47,11; 2. Mos. 12,37.)

1. Moses 47,11 -- 11 Aber Joseph schaffte seinem Vater und seinen Brüdern Wohnung und gab ihnen Besitz in Ägyptenland, am besten Ort des Landes, im Lande Raemses, wie Pharao geboten hatte. / 2. Mose 12,37 -- 37 Also zogen aus die Kinder Israel von Raemses gen Sukkoth, sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Kinder.

In bekannten ägyptologischen Werken wird ein altes Grabgemälde wiedergegeben, das in den Ruinen von Theben aufgefunden worden ist. Auf demselben sieht man Arbeiter, die augenscheinlich nicht Ägypter sind, sondern durchaus jüdische Züge tragen, mit Ziegelstreichen beschäftigt. Zwei Ägypter stehen als Aufseher mit Stöcken dabei! Nicht mehr ein freies Volk waren nun die Nachkommen Abrahams, sondern Versklavte, die schwer und immer schwerer zu leiden hatten. Dabei fehlte ihnen Trost und Licht von oben, denn die Erkenntnis und Gemeinschaft, welche einen Jakob, einen Joseph so nahe mit Gott verbunden hatten, waren ihren Nachkommen verloren gegangen. In den ägyptischen Götzendienst waren diese ganz verstrickt. (Lies Hes. 20,5-10.)

Hesekiel 20,5-10 -- 5 und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Zu der Zeit, da ich Israel erwählte, erhob ich meine Hand zu dem Samen des Hauses Jakob und gab mich ihnen zu erkennen in Ägyptenland. Ja, ich erhob meine Hand zu ihnen und sprach: Ich bin der HERR, euer Gott. 6 Ich erhob aber zur selben Zeit meine Hand, daß ich sie führte aus Ägyptenland in ein Land, das ich ihnen ersehen hatte, das mit Milch und Honig fließt, ein edles Land vor allen Ländern, 7 und sprach zu ihnen: Ein jeglicher werfe weg die Greuel vor seinen Augen, und verunreinigt euch nicht an den Götzen Ägyptens! denn ich bin der HERR, euer Gott. 8 Sie aber waren mir ungehorsam und wollten nicht gehorchen und warf ihrer keiner weg die Greuel vor seinen Augen und verließen die Götzen Ägyptens nicht. Da dachte ich meinem Grimm über sie auszuschütten und all mein Zorn über sie gehen zu lassen noch in Ägyptenland. 9 Aber ich ließ es um meines Namens willen, daß er nicht entheiligt würde vor den Heiden, unter denen sie waren und vor denen ich mich ihnen hatte zu erkennen gegeben, daß ich sie aus Ägyptenland führen wollte. 10 Und da ich sie aus Ägyptenland geführt hatte und in die Wüste gebracht,

Hatten sie ihres Gottes vergessen, Gott gedachte ihrer um Abrahams willen – Trotz aller Unterdrückung mehrten sich die Israeliten auch weiterhin ''in auffallender Weise. Ein von Gott gesegnetes Volk zeichnet sich stets durch guten Familiensinn und durch Kindersegen aus. Wir wollen Gott danken, wenn unser deutsches Volk aus seinen schweren Verirrungen in dieser Hinsicht wieder zu gesunden, gottgewollten Begriffen zurückkehrt. (Lies Ps. 127,3-5.)

Psalm 127,3-5 -- 3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk. 4 Wie die Pfeile in der Hand des Starken, also geraten die jungen Knaben. 5 Wohl dem, der seinen Köcher derselben voll hat! Die werden nicht zu Schanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Tor.

Die Kinder Gottes müssen natürlich hierin vorangehen, denn die Seuche ungöttlicher Begriffe und sündiger Handlungen auf diesem Gebiet beherrscht allgemein auch die Kreise der Gläubigen, gesegnete Ausnahmen abgerechnet!

* Nach der alexandrinischen Übersetzung waren es 75 Seelen. (Vgl. Apgesch. 7,14.) Es werden dort nämlich noch hinzugezählt ein Sohn und ein Enkel des Manasse und zwei Söhne und ein Enkel des Ephraim.- Die alexandrinische Übersetzung, die sogenannte Septuaginta, ist eine Übertragung des Alten Testaments aus dem hebräischen Urtext in das Griechische, die damalige Weltsprache. Der ägyptische König Ptolemäus II Philadelphus (287-247 v. Chr.), welcher großes Interesse für Wissenschaften hatte, gründete in der neuerbauten Stadt Alexandria eine Universität. An diese berief er 72 jüdische Schriftgelehrte, um eine Übersetzung ihres Alten Testamentes ins Griechische zu fertigen. Dieselbe verbreitete sich dann außerordentlich schnell in der ganzen damals bekannten Welt. Es war, wie wenn alles hungerte nach einer göttlichen Offenbarung, und die Welt wurde auf solche Weise vorbereitet auf das Erscheinen des göttlichen Heilandes – auf die Erlösung, welche Er für alle Menschen brachte!''

(Dienstag, 2. Januar 1934)

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Zuletzt geändert am 27.03.2014 11:01 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)